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US-Verbrauchervertrauen im August nahezu unverändert

Laut dem jüngsten Bericht des Conference Board sank der US-Verbrauchervertrauensindex im August 2025 leicht um 1,3 Punkte auf 97,4 (Basisjahr 1985=100), verglichen mit 98,7 im Juli (nach oben revidiert um 1,5 Punkte). Der Rückgang spiegelt eine Mischung aus wachsender Besorgnis über Arbeitsplätze und Einkommen wider, die durch eine optimistischere Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Geschäftsbedingungen teilweise ausgeglichen wurde. Der Stichtag für die vorläufigen Ergebnisse war der 20. August 2025.

Leichte Abschwächung der Teilindizes

Der Present Situation Index, der die aktuelle Einschätzung der Verbraucher zu Geschäfts- und Arbeitsmarktbedingungen widerspiegelt, fiel um 1,6 Punkte auf 131,2. Der Expectations Index, der die kurzfristigen Erwartungen an Einkommen, Geschäfts- und Arbeitsmarktbedingungen misst, sank um 1,2 Punkte auf 74,8. Dieser Wert liegt weiterhin unter der Schwelle von 80, die typischerweise eine bevorstehende Rezession signalisiert.

„Die Verbraucherstimmung schwächte sich im August leicht ab, bewegte sich aber auf einem ähnlichen Niveau wie in den letzten drei Monaten“, erklärte Stephanie Guichard, Senior Economist bei The Conference Board. „Die Einschätzung der aktuellen Arbeitsmarktlage verschlechterte sich zum achten Monat in Folge, doch eine positivere Sicht auf die Geschäftsbedingungen milderte den Rückgang im Present Situation Index. Gleichzeitig nahm die Skepsis hinsichtlich der zukünftigen Arbeitsmarktlage leicht zu, und die Optimismus bezüglich zukünftiger Einkommen schwand etwas. Diese Effekte wurden jedoch teilweise durch stärkere Erwartungen an die Geschäftsbedingungen ausgeglichen.“

Demografische Unterschiede und politische Affiliation

Das Verbrauchervertrauen entwickelte sich je nach Altersgruppe unterschiedlich: Es sank bei Verbrauchern unter 35 Jahren, blieb bei der Altersgruppe zwischen 35 und 55 Jahren stabil und stieg bei über 55-Jährigen. Nach Einkommensgruppen zeigte sich kein klares Muster. Hinsichtlich der politischen Ausrichtung nahm das Vertrauen bei Republikanern und Demokraten ab, während es bei Unabhängigen nahezu unverändert blieb.

Inflation und Arbeitsmarkt im Fokus

Die offenen Antworten der Verbraucher zeigten einen Anstieg der Erwähnungen von Zöllen, die weiterhin mit Bedenken über steigende Preise verbunden sind. Auch die Erwähnungen von hohen Preisen und Inflation, insbesondere bei Lebensmitteln, nahmen im August erneut zu. Die durchschnittlichen Inflationserwartungen der Verbraucher für die nächsten 12 Monate stiegen auf 6,2 %, nach 5,7 % im Juli, blieben jedoch unter dem April-Hoch von 7,0 %.

Die Erwähnungen von Arbeitsplätzen und Beschäftigung nahmen zwar zu, blieben aber im Vergleich zu anderen Themen gering. Negative Kommentare bezogen sich meist auf die aktuelle Arbeitsmarktlage, während positive Äußerungen Hoffnung auf Verbesserungen ausdrückten.

Börsen- und Zinserwartungen

Die Einschätzung der Verbraucher zur Entwicklung der Aktienkurse verschlechterte sich leicht: 47,4 % erwarten in den nächsten 12 Monaten steigende Kurse (Juli: 48,9 %), während 30,3 % einen Rückgang prognostizieren (Juli: 28,1 %). Die Erwartung steigender Zinssätze nahm zu, mit 54,0 % der Verbraucher, die höhere Zinsen erwarten (Juli: 53,1 %), während nur 20,9 % mit sinkenden Zinsen rechnen (Juli: 21,4 %).

Finanzielle Lage und Konsumpläne

Die Einschätzung der aktuellen und zukünftigen finanziellen Lage der Haushalte verbesserte sich im August leicht. Die Sorge vor einer Rezession in den nächsten 12 Monaten stieg jedoch auf den höchsten Stand seit April. Kaufabsichten für Autos stiegen, sowohl für Neu- als auch für Gebrauchtwagen, während die Pläne für Hauskäufe stabil blieben. Bei langlebigen Konsumgütern gab es Unterschiede: Die Kaufabsichten für Waschmaschinen und Trockner stiegen, während sie für Fernseher und Tablets zurückgingen. Die Ausgabenpläne für Dienstleistungen stiegen, konzentrierten sich jedoch auf nicht-discretionary Bereiche wie Finanzdienstleistungen oder Wartung von Autos und Häusern. Discretionary Ausgaben, wie für Restaurants oder Unterhaltung, sowie Reisepläne (sowohl im Inland als auch ins Ausland) gingen zurück.

Details zur aktuellen Lage und Erwartungen

Aktuelle Lage:

  • 22,0 % der Verbraucher bezeichneten die Geschäftsbedingungen als „gut“ (Juli: 20,5 %).
  • 14,2 % stuften sie als „schlecht“ ein (Juli: 13,6 %).
  • 29,7 % sahen Arbeitsplätze als „reichlich vorhanden“ (Juli: 29,9 %).
  • 20,0 % empfanden Jobs als „schwer zu bekommen“ (Juli: 18,9 %).

Erwartungen für die nächsten sechs Monate:

  • 19,5 % erwarten eine Verbesserung der Geschäftsbedingungen (Juli: 19,0 %).
  • 21,9 % rechnen mit einer Verschlechterung (Juli: 22,7 %).
  • 17,9 % erwarten mehr Arbeitsplätze (Juli: 18,0 %).
  • 26,8 % prognostizieren weniger Arbeitsplätze (Juli: 25,1 %).
  • 18,3 % erwarten steigende Einkommen (Juli: 18,7 %).
  • 12,6 % rechnen mit sinkenden Einkommen (Juli: 11,8 %).

Über die Erhebung

Die monatliche Verbrauchervertrauensumfrage des Conference Board wird in Zusammenarbeit mit Toluna durchgeführt, einem Technologieunternehmen, das Echtzeit-Einblicke von über 36 Millionen Verbrauchern weltweit liefert. Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Umfrage, deren Stichtag der 20. August war.

Quelle: The Conference Board, August 2025 Consumer Confidence Survey®

Weitere Informationen: www.conference-board.org/data/consumerdata.cfm


Über The Conference Board
The Conference Board ist ein mitgliedergetriebener Think Tank, der seit 1916 „Trusted Insights for What’s Ahead™“ liefert. Als unparteiische, gemeinnützige Organisation mit 501(c)(3)-Status in den USA bietet sie fundierte Analysen und Daten. Weitere Informationen unter ConferenceBoard.org.