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Skyhawk Therapeutics und Merck KGaA schließen strategische Partnerschaft zur Entwicklung RNA-gerichteter Therapien für neurologische Erkrankungen

Skyhawk Therapeutics, Inc., ein führendes Biotechnologieunternehmen im Bereich der Entwicklung kleiner Moleküle zur Modulation der RNA-Expression hat eine strategische Forschungskooperation mit Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland, bekanntgegeben. Die Partnerschaft, mit einem Gesamtwert von über 2 Milliarden US-Dollar, zielt auf die Entdeckung neuartiger RNA-gerichteter kleiner Moleküle für ausgewählte neurologische Erkrankungen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf ab.

Im Rahmen der Vereinbarung nutzt Skyhawk seine proprietäre SkySTAR®-Plattform (Skyhawk Small Molecule Therapeutics for Alternative Splicing of RNA), die auf computergestützter Biologie, KI und maschinellem Lernen basiert, um kleine Moleküle zu identifizieren, die auf spezifische RNA-Ziele abzielen, die von Merck KGaA ausgewählt wurden. Diese Moleküle sollen RNA-Spleißfehler korrigieren, die bei neurologischen Erkrankungen wie Huntington-Krankheit, spinocerebellärer Ataxie oder frontotemporaler Demenz eine Rolle spielen, und bieten eine Alternative zu herkömmlichen Ansätzen wie Antisense-Oligonukleotiden oder Gentherapien, die oft an der Blut-Hirn-Schranke scheitern. Die Zusammenarbeit kombiniert Skyhawks Expertise in der RNA-Modulation mit Merck KGaAs Erfahrung in der Arzneimittelentwicklung und -vermarktung, um neue Behandlungsmöglichkeiten für bisher schwer zugängliche Krankheitsmechanismen zu erschließen.

Skyhawk übernimmt die Leitung der Entdeckungs- und präklinischen Entwicklungsphase, während Merck KGaA bei Ausübung einer Optionsvereinbarung die Verantwortung für die klinische Entwicklung und Vermarktung übernimmt. Skyhawk ist berechtigt, Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Lizenzgebühren auf zukünftige Verkäufe zu erhalten, wobei der Gesamtwert der Kooperation über 2 Milliarden US-Dollar liegt.

Die Partnerschaft ergänzt Skyhawks bestehende Kooperationen mit Unternehmen wie Ipsen (1,8 Milliarden US-Dollar für neurologische Erkrankungen, 2024), Vertex (2,2 Milliarden US-Dollar), Biogen, Sanofi, Takeda und anderen, was die Attraktivität der SkySTAR®-Plattform unterstreicht. Skyhawks interne Pipeline umfasst SKY-0515, einen Kandidaten in einer Phase-2/3-Studie (FALCON-HD) zur Behandlung der Huntington-Krankheit, der in Phase-1-Daten eine 72-prozentige Reduktion schädlicher HTT-mRNA zeigte, sowie SKY-1300 und SKY-1500 für spinocerebelläre Ataxie Typ 3 und frontotemporale Demenz.

Die Kooperation spiegelt Merck KGaAs strategischen Fokus auf innovative Technologien wider, insbesondere nach der Übernahme von SpringWorks Therapeutics für 3,4 Milliarden US-Dollar im Juli 2025, die das Neurologie-Portfolio mit Ogsiveo (für desmoide Tumore) und Gomekli (für Neurofibromatose Typ 1) erweiterte. Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der Merck KGaA sich auf die drohende Patentablauf von Mavenclad (2026), einem Blockbuster für Multiple Sklerose, vorbereitet und nach neuen Wachstumsfeldern sucht.

Die RNA-Spleißmodulation wird als vielversprechende neue Modalität angesehen, da sie es ermöglicht, sogenannte „undruggable“ Zielproteine auf RNA-Ebene zu beeinflussen, bevor fehlerhafte Proteine produziert werden. Skyhawks Fähigkeit, oral bioverfügbare Moleküle zu entwickeln, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden, macht die Plattform besonders attraktiv für neurologische Indikationen. Dennoch bleibt die Translation präklinischer Daten in klinische Erfolge eine Herausforderung, und die Konkurrenz durch Unternehmen wie Ionis Pharmaceuticals oder Biogen, die ebenfalls RNA-gerichtete Ansätze verfolgen, ist groß.

Hintergrund: Skyhawk Therapeutics, gegründet 2018 in Waltham, Massachusetts, hat sich auf kleine Moleküle spezialisiert, die RNA-Spleißfehler korrigieren, und verfügt über eine breite Pipeline in den Bereichen Neurologie, Onkologie und Autoimmunerkrankungen. Die SkySTAR®-Plattform nutzt öffentliche und proprietäre Datenbanken sowie KI, um präzise Wirkstoffkandidaten zu entwickeln. Die Partnerschaft mit Merck KGaA stärkt Skyhawks Position als führender Akteur in der RNA-Modulation und unterstreicht das wachsende Interesse der Pharmaindustrie an diesem innovativen Ansatz.