Forscher des University College London (UCL) haben herausgefunden, dass die Blockierung von Hirnschäden, die durch Glioblastome verursacht werden, das Wachstum dieser aggressiven Hirntumoren bremsen und die Gehirnfunktion länger erhalten kann. Die Studie, veröffentlicht in Nature (DOI: 10.1038/s41586-025-09411-2) und unterstützt von der Brain Tumour Charity sowie Cancer Research UK, könnte neue Wege in der Behandlung dieser schwer therapierbaren Krebsart eröffnen.
Die Untersuchung, durchgeführt an Mäusen, zeigte, dass Glioblastome, die häufigste Form von Hirntumoren, Nervenzellfortsätze (Axone) in den weißen Substanzregionen des Gehirns schädigen. Diese Schäden lösen eine natürliche Reaktion aus, bei der ein Protein namens SARM1 die beschädigten Axone abbaut, was Entzündungen fördert und das Tumorwachstum beschleunigt. Mäuse, bei denen diese Reaktion durch Deaktivierung des SARM1-Gens unterbunden wurde, entwickelten weniger aggressive Tumore, lebten länger und behielten ihre Gehirnfunktion nahezu bis zum Lebensende.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Unterdrückung dieser Reaktion das Tumorwachstum verlangsamen und neurologische Beeinträchtigungen reduzieren könnte. Medikamente, die SARM1 hemmen, werden bereits für neurodegenerative Erkrankungen wie traumatische Hirnverletzungen getestet, und die Forscher planen, deren Einsatz für Glioblastome zu prüfen. Weitere Laborstudien sind jedoch notwendig, bevor klinische Tests an Patienten beginnen können.
Glioblastome betreffen in Großbritannien jährlich etwa 3.000 Menschen und haben trotz intensiver Behandlung eine durchschnittliche Überlebenszeit von nur 12 bis 18 Monaten. Da die Tumore oft erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt werden, konzentrierte sich die Studie auf frühe Krankheitsstadien, indem genetisch veränderte Mäuse mit Tumoren untersucht wurden, die menschlichen Glioblastomen ähneln.
Die Forschung eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Glioblastomen und könnte die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Finanzielle Unterstützung kam unter anderem von der Oli Hilsdon Foundation, die im Gedenken an einen an Glioblastom verstorbenen Patienten forscht.
Quelle:
DOI: 10.1038/s41586-025-09411-2
Schlüsselwörter: Glioblastom, Hirntumor, SARM1, Hirnschäden, Krebsbehandlung
