Die Psychologische Hochschule Berlin (PHB) schlägt Alarm: Die Weigerung des GKV-Spitzenverbands, die Kosten der neuen psychotherapeutischen Weiterbildung mitzufinanzieren, gefährdet die zukünftige psychische Gesundheitsversorgung in Deutschland. Ohne ausreichende Finanzierung und faire Vergütung der angehenden Psychotherapeuten droht ein erheblicher Mangel an Fachkräften, während der Bedarf an Psychotherapie weiter steigt. Die PHB schließt sich der Kritik des Vereins unith e.V. an und fordert dringend Maßnahmen, um die Weiterbildung zukunftsfähig zu gestalten.
Die neue Weiterbildung sieht vor, dass angehende Psychotherapeuten in Vollzeit angestellt und angemessen bezahlt werden. Dies ist im aktuellen Vergütungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch nicht vorgesehen. Die PHB betont, dass ohne gesicherte Finanzierung die Zahl der Weiterbildungsplätze nicht ausreicht, um den bestehenden Versorgungsbedarf zu decken. Bereits jetzt übersteigt die Nachfrage nach psychotherapeutischen Leistungen das Angebot deutlich.
Die PHB stellt drei zentrale Forderungen: Erstens eine verlässliche Finanzierung, um ausreichend Weiterbildungsplätze zu schaffen. Zweitens realistische Rahmenbedingungen, da die aktuelle Position des GKV-Spitzenverbands die wirtschaftlichen Anforderungen der Weiterbildungsinstitute ignoriere. Drittens klare gesetzliche Regelungen, die Zuständigkeiten und Finanzierungspflichten für Hochschulen, Institute und Kostenträger eindeutig festlegen, um Planbarkeit und Fairness zu gewährleisten.
Die PHB unterstreicht die Dringlichkeit einer gerechten Finanzierung, um die psychotherapeutische Versorgung langfristig zu sichern. Ohne sofortige Maßnahmen drohen Versorgungslücken, die die psychische Gesundheit der Bevölkerung gefährden könnten.
Weitere Informationen:
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