Bei vielen Brustkrebsüberlebenden kann Müdigkeit noch lange nach der Behandlung anhalten, was erhebliche Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen, die Arbeitsfähigkeit und die allgemeine Lebensqualität haben kann. Eine neue Studie des College of Public Health der George Mason University legt nahe, dass es sich dabei nicht nur um ein subjektives Gefühl, sondern um eine messbare Realität handelt.
Ali Weinstein , Professor für globale und gesellschaftliche Gesundheit und Senior Scholar am Center for the Advancement of Well-Being, untersuchte, wie Brustkrebsüberlebende auf körperlich und geistig anstrengende Aufgaben reagieren. Die Forscher maßen Veränderungen sowohl der Entzündung als auch der von den Teilnehmerinnen selbstberichteten Müdigkeit, zwei häufige Symptome bei Brustkrebsüberlebenden, von denen angenommen wird, dass sie miteinander zusammenhängen, die Lebensqualität beeinträchtigen und auch bei der Wiederkehr des Krebses eine Rolle spielen können.
Die Forscher stellten fest, dass Frauen, die zu Beginn der Studie über ein höheres Maß an Müdigkeit berichteten, nach den Aufgaben mehr Entzündungen aufwiesen, insbesondere in Bezug auf die TGF-?- und Eotaxin-Werte (Indikatoren für Entzündungen, die mit der Immunfunktion, Stress und Stimmung in Verbindung stehen).
Sogar Frauen in der Kontrollgruppe (die ein Naturvideo ansahen) mit hoher Grunderschöpfung zeigten Anzeichen einer verstärkten Entzündung und Erschöpfung, was auf eine Reaktion selbst auf diesen relativ harmlosen Reiz hindeutet.
Überraschenderweise veränderten sich die meisten Entzündungsmarker und Erschöpfungsgrade nach geistig oder körperlich ermüdenden Aufgaben nicht. Dies lässt darauf schließen, dass diese kurzen Aufgaben bei den meisten Brustkrebsüberlebenden weder die Entzündung noch die Erschöpfung beeinflussen.
Diese in BMC Women’s Health veröffentlichte Studie untersucht drei bisher unerforschte Bereiche bei Brustkrebsüberlebenden: 1) wie geistige Erschöpfung mit Entzündungen zusammenhängen kann, 2) kurzfristige Reaktionen auf Aufgaben, die Erschöpfung hervorrufen können, und 3) die Auswirkungen körperlich im Vergleich zu geistig ermüdenden Aufgaben.
