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Neue epigenetische Biomarker sagen Herz-Kreislauf-Risiken bei Typ-2-Diabetes voraus

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Lund hat epigenetische Biomarker identifiziert, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes vorhersagen können. Die Ergebnisse der Studie, die in der Zeitschrift Cell Reports Medicine veröffentlicht wurden, könnten die Früherkennung und Prävention schwerer kardiovaskulärer Komplikationen verbessern.

Die Studie umfasste 752 Personen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes, die im Rahmen der ANDIS-Kohorte (All New Diabetics in Skåne) untersucht wurden. Keiner der Teilnehmer hatte zu Beginn der Studie schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über einen Zeitraum von etwas über sieben Jahren wurden die Teilnehmer beobachtet, wobei 102 von ihnen schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle erlitten.

Die Forscher konzentrierten sich auf die DNA-Methylierung, eine chemische Veränderung im Genom, die steuert, welche Gene in Zellen aktiviert oder deaktiviert sind. Durch die Analyse von Blutproben identifizierten sie über 400 Stellen mit veränderter DNA-Methylierung, von denen 87 genutzt wurden, um eine Risikobewertungsskala zu entwickeln. Diese Skala ermöglicht es, das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes mit hoher Genauigkeit vorherzusagen. Insbesondere konnte mit einer Wahrscheinlichkeit von 96 Prozent ausgeschlossen werden, dass eine Person ein solches Ereignis erleidet. Die Forscher betonen jedoch, dass eine längere Beobachtungszeit erforderlich ist, um die Vorhersagegenauigkeit für positive Ergebnisse weiter zu verbessern.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein bis zu viermal höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Angina pectoris im Vergleich zur gesunden Bevölkerung. Die neuen Biomarker könnten Ärzten helfen, gefährdete Personen frühzeitig zu identifizieren und präventive Maßnahmen wie Ernährungsumstellungen, mehr Bewegung, Gewichtsmanagement oder verbesserte Blutzuckerkontrolle einzuleiten. Auch medikamentöse Behandlungen zum Schutz von Herz und Blutgefäßen könnten gezielter eingesetzt werden.

Aktuelle klinische Risikobewertungen basieren auf Faktoren wie Alter, Geschlecht, Blutdruck, Rauchen, Cholesterinwerten, Blutzucker und Nierenfunktion. Diese gelten jedoch als relativ ungenau. Die Integration von DNA-Methylierungsdaten könnte die Risikoabschätzung deutlich präzisieren. Die Forscher planen, einen klinisch einsetzbaren Test zu entwickeln, der anhand einer einfachen Blutprobe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewertet.

DOI

10.1016/j.xcrm.2025.102290