Eine Studie in Engineering (2025) von Vincent Ninkuu, Tianfu Han und Felix D. Dakora zeigt, wie Afrika seine Sojabohnenindustrie ausbauen kann, um die Ernährungssicherheit auf dem Kontinent und in China zu verbessern. Durch Partnerschaften in Wissenschaft, Technologie und Innovation (STI) mit China könnte Afrika ein wichtiger Akteur im globalen Sojamarkt werden.
Im Jahr 2023 importierte China 99,41 Millionen Tonnen Sojabohnen, hauptsächlich aus Brasilien, den USA und Argentinien, während Afrika kaum beteiligt war. Mit 445 Millionen Hektar unbewirtschafteter Anbaufläche bietet der Kontinent jedoch enormes Potenzial. Der Sojaanbau könnte nicht nur die Ernährungssicherheit in Afrika stärken, sondern auch Arbeitsplätze schaffen und durch Exporte nach China die Wirtschaft ankurbeln.
Herausforderungen wie das Fehlen passender Rhizobien für die Stickstofffixierung wurden durch neue Sojabohnensorten, etwa die Tropical Glycine Cross (TGx) des International Institute of Tropical Agriculture (IITA), überwunden. Diese Sorten nodulieren effektiv mit einheimischen Rhizobien, ohne kommerzielle Inokulanzien. Auch das heiße, trockene Klima Afrikas, untypisch für Sojabohnen, wird durch die Identifikation von Genen für Photoperiodismus und Wärmetoleranz angegangen. Chinas Keimplasmasammlung unterstützt die Züchtung klimaresistenter Sorten.
Die sozioökonomischen Vorteile sind groß: Sojaexporte könnten das BIP steigern, Millionen Jobs in der gesamten Wertschöpfungskette schaffen und die junge Bevölkerung in die moderne Landwirtschaft einbinden. Die China-Africa Agricultural Science and Technology Innovation Alliance (CAASTIA) fördert diese Entwicklung durch Forschungszentren und Technologien wie Fernerkundung und Big Data.
Nachhaltigkeit bleibt entscheidend. Die Abholzung in Brasilien zeigt die Risiken des Sojaanbaus, weshalb afrikanische Regierungen Umweltschutzmaßnahmen priorisieren müssen. Mit den richtigen Partnerschaften und Praktiken kann Afrika seine Sojabohnenindustrie ausbauen, die Ernährungssicherheit sichern und wirtschaftliches Wachstum fördern.
Das Papier „Development of the Soybean Industry in Africa: Safeguarding Food Security in Africa and China-A Perspective“ wurde von Vincent Ninkuu, Tianfu Han, Felix D. Dakora. Vollständiger Text des Open-Access-Papiers: https://doi.org/10.1016/j.eng.2025.03.008. Weitere Informationen über Engineering finden Sie auf der Website https://www.sciencedirect.com/journal/engineering.
