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Mechanismen der Prostatatumorbildung entdeckt

Forscher der Freien Universität Brüssel (ULB) haben die zelluläre Umprogrammierung entdeckt, die zur Entstehung von Prostatakrebs führt.

Prostatakrebs ist eine der am weitesten verbreiteten Krebsarten und weltweit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Die Mechanismen, die die frühen Stadien der Entstehung von Prostatakrebs steuern, sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

In einer im renommierten Fachjournal Nature Cancer veröffentlichten Studie entdeckten Forscher unter der Leitung von Professor Cédric Blanpain, MD/PhD, WELBIO-Forscher, Leiter des Labors für Stammzellen und Krebs und Professor an der Freien Universität Brüssel, dass durch krebsassoziierte Mutationen hervorgerufene Entzündungen zur Umprogrammierung mutierter Zellen in Zellzustände führen, die entscheidend für die Tumorentstehung sind.

Chen Jiang und Kollegen untersuchten die molekularen Mechanismen, die die frühen Stadien der Entstehung von Prostatakrebs regulieren. Sie entdeckten, dass die zellulären Umprogrammierungsereignisse, die zur Krebsentstehung führen, in unterschiedlichen Regionen der Prostata unterschiedlich ablaufen. Die ULB-Forscher entdeckten, dass die durch Entzündungsaktivierung vermittelte zelluläre Reprogrammierung mit den schwersten Fällen von Prostatakrebs beim Menschen assoziiert ist. „Es ist spannend zu sehen, dass die im Mausmodell identifizierte zelluläre Reprogrammierung mit aggressiveren Prostatakrebserkrankungen bei Männern korreliert. Dies deutet darauf hin, dass die von uns identifizierten Reprogrammierungsmarker als prädiktiver Biomarker für aggressiven Prostatakrebs dienen könnten“, sagt Dr. Chen Jiang, Erstautor des Artikels.

Mittels molekularer Profilierung während der Prostatatumor-Initiation identifizierten die Forscher, dass die Entzündungsaktivierung ein wichtiger Regulator der zellulären Reprogrammierung und Tumorinitiation ist. Die pharmakologische Blockierung der Entzündung verhindert die zelluläre Reprogrammierung und die Entstehung von Prostatatumoren. „Durch die Identifizierung der molekularen Mechanismen, die die für die Prostatatumorbildung erforderliche zelluläre Reprogrammierung regulieren, ebnen unsere Ergebnisse den Weg für neue Therapieansätze, die auf die entzündungsinduzierte Reprogrammierung abzielen und so die Entstehung von Prostatakrebs und möglicherweise anderen Krebsarten verhindern könnten“, kommentiert Professor Cédric Blanpain, Leiter dieser Studie.

Diese Arbeit ist eine Gemeinschaftsarbeit des Teams von Prof. Blanpain (ULB) und Prof. Sifrim (KUL).

https://www.nature.com/articles/s43018-025-00994-3