Diese neue Studie vereint hochwertige Daten aus früheren Studien zu Neurostimulationstherapien für Menschen mit Depressionen, die auf konventionelle Behandlungen – wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) – nicht ansprechen. Etwa jeder dritte Patient mit schwerer Depression fällt in diese Kategorie der behandlungsresistenten Patienten.
Das Forschungsteam untersuchte, wie drei Neurostimulationstechniken – Elektrokrampftherapie (EKT), repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) und Vagusnervstimulation (VNS) – das suizidale Verhalten von Menschen mit Depressionen beeinflussen. Aus 1.352 wissenschaftlichen Studien wählte das Team 26 Studien aus, die strenge Qualitäts- und Einschlusskriterien erfüllten. Diese Studien berichteten alle über Behandlungsmethoden, Suizidraten, Suizidgedanken und die Gesamtmortalität.
Ergebnisse
Elf der Studien konzentrierten sich speziell auf ECT. Insgesamt wurden 17.890 mit ECT behandelte Personen mit 25.367 Personen verglichen, die eine Standardbehandlung erhielten. In der ECT-Gruppe gab es 208 Selbstmordtote und in der Kontrollgruppe 988. Zudem gab es in der ECT-Gruppe 511 Todesfälle aus allen Ursachen, verglichen mit 1.325 in der Kontrollgruppe. Die Studie ergab somit, dass mit ECT behandelte Patienten im Vergleich zu denen, die eine Standardbehandlung erhielten, eine um 34 % geringere Wahrscheinlichkeit hatten, durch Suizid zu sterben, und ein um 30 % geringeres Risiko, aus irgendeiner Ursache zu sterben. Darüber hinaus zeigten Personen, die ECT erhielten, eine moderate Verringerung der Suizidgedanken.
Zu rTMS waren die verfügbaren Daten zu begrenzt, um sichere Schlussfolgerungen zu ziehen. Kleinere Studien zeigten keine signifikante Wirkung auf Suizidgedanken oder Selbstmordraten.
Bei Patienten, die mit VNS behandelt wurden, schien die Gesamtmortalität um 60 % reduziert zu sein, aber die kleinen Stichprobengrößen schränken die Verlässlichkeit dieser Ergebnisse ein. Im Gegensatz zur Elektrokrampftherapie (EKT), die seit den 1930er Jahren klinisch eingesetzt wird, sind rTMS und VNS relativ neue Behandlungsmethoden, deren Evidenzbasis sich noch in der Entwicklung befindet.
