Berlin, 07. Juni 2025 (LabNews Media LLC) – Das frei verkäufliche Schmerz- und Fiebermittel Paracetamol birgt bei unsachgemäßer Anwendung erhebliche Gesundheitsrisiken, die bis zum Tod führen können. Mediziner und Gesundheitsbehörden schlagen Alarm, da die Gefahren des vermeintlich harmlosen Medikaments oft unterschätzt werden. Besonders Überdosierungen, sei es durch absichtlichen Missbrauch oder Unwissenheit, können die Leber innerhalb weniger Stunden irreparabel schädigen und zu akutem Leberversagen führen.
Eine Überdosis Paracetamol, die bei Erwachsenen bereits ab 7,5 bis 10 Gramm pro Tag auftreten kann, überfordert die Leber, da sie das toxische Abbauprodukt NAPQI nicht mehr neutralisieren kann. Dies führt zu einer massiven Zerstörung der Leberzellen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen wie Hepatitis oder chronischem Alkoholmissbrauch, da ihre Leber bereits geschwächt ist. Auch Kinder sind anfällig, da ihr Stoffwechsel die Substanz langsamer verarbeitet. Die empfohlene Tagesdosis liegt für Erwachsene bei maximal 4 Gramm, für Kinder deutlich darunter, abhängig von Alter und Gewicht.
Erschwerend kommt hinzu, dass Symptome einer Überdosierung – darunter Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schwindel oder Gelbsucht – oft erst 24 bis 48 Stunden nach Einnahme auftreten. Dies verzögert eine rechtzeitige medizinische Behandlung, die in schweren Fällen lebensrettend ist. Ein Gegenmittel, Acetylcystein, kann die Giftwirkung abmildern, wenn es frühzeitig verabreicht wird. Ohne Therapie enden schwere Vergiftungen häufig tödlich oder erfordern eine Lebertransplantation.
Experten kritisieren die leichte Verfügbarkeit von Paracetamol in Apotheken und Supermärkten sowie die unzureichende Aufklärung über Risiken. Häufig wird das Mittel in Kombination mit anderen Präparaten eingenommen, die ebenfalls Paracetamol enthalten, was das Risiko einer unbeabsichtigten Überdosierung erhöht. Besonders im Winter, wenn Erkältungsmittel verstärkt genutzt werden, steigt die Zahl der Vergiftungsfälle. Zudem warnen Ärzte vor der Einnahme nach Alkoholkonsum, da dies die Leber zusätzlich belastet.
Die Gesundheitsbehörden fordern verstärkte Aufklärungskampagnen und klarere Warnhinweise auf Verpackungen. In einigen Ländern wurden bereits Maßnahmen ergriffen, wie die Begrenzung der Packungsgrößen oder die Verschreibungspflicht für größere Mengen. In Deutschland bleibt Paracetamol rezeptfrei, doch Experten plädieren für eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung. Ärzte raten dringend, die Dosierungsanweisungen genau zu befolgen, bei Unsicherheiten Rücksprache mit Fachpersonal zu halten und bei Verdacht auf Überdosierung sofort einen Notarzt zu kontaktieren.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehrere hundert Fälle von Paracetamol-Vergiftungen registriert, darunter auch Todesfälle, die auf Missbrauch oder Unachtsamkeit zurückzuführen waren. Die Behörden appellieren an die Verantwortung der Verbraucher, um die Risiken dieses weit verbreiteten Medikaments zu minimieren.
