Eine Studie von Forschern der Bundesuniversität São Carlos (UFSCar) ergab, dass 72,5 % der jungen brasilianischen Frauen unter Symptomen wie Juckreiz, Ausfluss und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leiden. Die Studie, an der 313 Probandinnen in ihren Dreißigern teilnahmen, zeigte, dass diese Symptome zwar die Lebensqualität und die sexuelle Gesundheit negativ beeinflussen, sich aber weitgehend normalisiert haben. Die Daten wurden im Brazilian Journal of Physical Therapy veröffentlicht .
Laut Ana Carolina Beleza , einer der Autorinnen des Artikels, ist das Thema immer noch stark tabuisiert. Dies führt dazu, dass viele Frauen die Auswirkungen dieser Symptome auf ihre Gesundheit, ihren Alltag und ihr Sexualleben unterschätzen. Die Studie stellte einen Widerspruch zwischen der Häufigkeit und den Folgen vulvovaginaler Probleme fest. Dies liegt daran, dass die Teilnehmerinnen im Fragebogen nicht nur nach den Symptomen gefragt wurden, sondern auch nach deren Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche.
„Selbst Frauen, die Schmerzen beim Sex berichteten, schätzten die Auswirkungen des Problems auf ihr Leben als gering ein. Die Werte zur Messung der Auswirkungen dieses und anderer Symptome fielen deutlich niedriger aus als erwartet und deuten auf eine beunruhigende Normalisierung hin. Es ist wichtig zu beachten, dass Schmerzen beim Sex nicht normal sind und klinisch untersucht werden sollten. Die Tendenz zur Normalisierung vulvovaginaler Symptome unterstreicht die Notwendigkeit einer intensiveren Gesundheitserziehung, sei es in Schulen oder im Gesundheitswesen“, argumentiert Beleza, die das Zentrum für Studien zur Physiotherapie in der Frauengesundheit (NEFISM) an der UFSCar leitet.
Diese von der FAPESP unterstützte Studie belegt erstmals die Prävalenz vulvovaginaler Symptome bei jungen Brasilianerinnen. Den Ergebnissen zufolge waren die am häufigsten berichteten Symptome vaginaler Ausfluss (63 %), Juckreiz (54 %), Brennen (31 %), Scheidentrockenheit (30 %), vaginaler Geruch (28 %), Reizungen (27 %) und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (20 %). Weniger als 30 % der Teilnehmerinnen gaben an, keines dieser Probleme zu haben.
Die berichteten Probleme können verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel Infektionen sowie hormonelle, dermatologische oder muskuläre Veränderungen. Sie sind zwar behandelbar, können sich aber negativ auf das emotionale Wohlbefinden, die sexuelle Funktion, das Selbstvertrauen und das Sozialleben auswirken.
