Zum Inhalt springen
Home » Russland droht Berlin mit Raketenangriff bei Taurus-Einsatz gegen Moskau

Russland droht Berlin mit Raketenangriff bei Taurus-Einsatz gegen Moskau

Berlin, 28. Mai 2025 – Die russische Regierung hat Deutschland erneut eindringlich vor einer Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine gewarnt. Nach Angaben des russischen Außenministeriums würde der Einsatz dieser Waffen gegen Ziele auf russischem Territorium, einschließlich Moskau, als „direkte Kriegsbeteiligung“ Deutschlands gelten. Sprecherin Maria Sacharowa erklärte am 17. April 2025, dass ein solcher Schritt „schwerwiegende Konsequenzen“ für Deutschland nach sich ziehen würde, ohne diese näher zu definieren.

Die Taurus-Marschflugkörper haben eine Reichweite von über 500 Kilometern und könnten theoretisch Ziele tief in Russland, einschließlich der Hauptstadt, treffen. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich am 28. Mai 2025 offen für eine Unterstützung der Ukraine mit weitreichenden Waffensystemen, ohne jedoch Taurus-Lieferungen explizit zu bestätigen. Russland verurteilte diese Aussagen scharf. Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Aufhebung von Reichweitenbeschränkungen für Waffenlieferungen einen „gefährlichen Schritt“, der Friedensverhandlungen untergrabe.

Russland hat bereits auf den Einsatz westlicher Waffen durch die Ukraine reagiert. Nach Angriffen mit US-amerikanischen ATACMS-Raketen und britischen Storm-Shadow-Marschflugkörpern setzte die russische Armee im November 2024 die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die laut russischen Angaben nicht abgefangen werden kann, und drohte mit weiteren Einsätzen.

Die Bundesregierung nimmt die russischen Drohungen ernst, äußert sich jedoch zurückhaltend zu Gegenmaßnahmen. Bruno Kahl, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, warnte im November 2024 vor Russlands zunehmend aggressiver Haltung und dessen Hochrüstung. Die Unterstützung der Ukraine erfolge im Rahmen internationaler Vereinbarungen und ziele auf deren Verteidigung gegen russische Angriffe ab, betont die Regierung.

Die öffentliche Meinung in Deutschland ist gespalten. Laut ARD-DeutschlandTrend vom November 2024 lehnen 61 Prozent der Deutschen Taurus-Lieferungen ab, während 30 Prozent sie unterstützen. Die Angst vor einer Eskalation und russischen Vergeltungsmaßnahmen prägt die Debatte.

Die Spannungen verschärfen sich durch jüngste Vorfälle. Am 26. Mai 2025 wehrte Russland einen massiven ukrainischen Drohnenangriff ab, bei dem laut russischem Verteidigungsministerium 296 Drohnen zerstört wurden, 42 davon über der Region Moskau. Solche Ereignisse verstärken Moskaus Narrative, westliche Waffenlieferungen als Bedrohung zu werten.

Eine Entscheidung über Taurus-Lieferungen steht weiterhin aus. Experten mahnen, dass jede Entscheidung die Sicherheitslage in Europa nicht weiter destabilisieren darf. Russlands Drohungen verdeutlichen die hohe Sensibilität und die potenziellen Risiken für Deutschland im Falle einer Eskalation.