Die geplante Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) stößt auf massiven Widerstand von Radiologen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Laut einem Bericht von Health&Care Management (27. Mai 2025) kritisieren Fachgesellschaften und die DKG die Reform als unzureichend und praxisfern, da sie die Interessen der Ärzte ignoriere und die Versorgungsqualität gefährde.
Kritikpunkte der Radiologen
Die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) und andere Fachverbände bemängeln, dass die neue GOÄ die Komplexität radiologischer Leistungen nicht angemessen abbildet. Insbesondere die geplante Pauschalierung von Vergütungen werde die Vielfalt moderner Diagnostik nicht gerecht und drohe, innovative Verfahren finanziell unattraktiv zu machen. Dies könne die Investitionsbereitschaft in neue Technologien wie KI-gestützte Bildgebung hemmen.
Position der DKG
Die DKG unterstützt die Ablehnung und fordert eine grundlegende Überarbeitung. Dr. Gerald Gaß, DKG-Vorstandsvorsitzender, betont, dass die Reform die finanzielle Lage der Kliniken verschärfe, da radiologische Abteilungen oft zentrale Einnahmequellen seien. Er kritisiert zudem fehlende Berücksichtigung der gestiegenen Kosten durch Inflation und Personalengpässe.
Forderungen und Ausblick
Radiologen und DKG fordern eine differenziertere Vergütungsstruktur und mehr Dialog mit den Berufsverbänden. Ohne Anpassungen drohen Proteste und eine Verschlechterung der Patientenversorgung. Die Bundesregierung steht unter Druck, die Reform vor ihrer geplanten Einführung 2026 zu überarbeiten.
Quelle: Health&Care Management, „Radiologen und DKG lehnen neue GOÄ ab“
