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Würzburger Forschende entwickeln neue Therapie gegen Hautmetastasen

Forschende aus Würzburg arbeiten an einer innovativen Therapie gegen Hautmetastasen nach Brustkrebs, die oft auf herkömmliche Behandlungen nicht ansprechen. Mit 1,5 Millionen Euro Förderung des Bundesforschungsministeriums entwickeln sie antikörperbeladene Kieselgel-Vliese, die das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen aktivieren.

Hautmetastasen treten oft Jahre nach einer Brustkrebsbehandlung auf, wenn Krebszellen im Körper überdauern und sich in der Haut ausbreiten. Obwohl sie lokal begrenzt sind, fehlt es an effektiven Therapien. Ein interdisziplinärer Verbund aus der Julius-Maximilians-Universität (JMU), dem Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC entwickelt hauchdünne Kieselgel-Vliese, die mit Antikörpern beladen die Immunantwort anregen, um Metastasen zurückzubilden oder zu eliminieren.

Die biologisch verträglichen Vliese, die sich im Körper abbauen, werden am Fraunhofer ISC designt, wobei Struktur und Antikörperbeladung optimiert werden. An der JMU wird untersucht, wie die Vliese T-Zellen des Immunsystems aktivieren, um Krebszellen anzugreifen. Am UKW testet ein neuartiges 3D-Gewebemodell aus menschlichen Zellen die Wirksamkeit der Vliese ohne Tierversuche, was eine hohe Vorhersagekraft für klinische Anwendungen bietet.

Das Projekt, gefördert über die VIP+-Maßnahme, zielt auf einen Medikamenten-Prototypen innerhalb von drei Jahren ab April 2025. Perspektivisch könnten pflasterartige oder injizierbare Vliese entstehen, die auch bei anderen Krebsarten wie malignen Melanomen oder Kopf-Hals-Tumoren eingesetzt werden könnten. Die Therapie verspricht eine kostengünstige, sichere Option für Patientinnen und könnte wirtschaftlich bedeutsam werden.