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Neue Behandlungsmethoden für Netzhautdegenerationen

Bei den vererbten Netzhautdegenerationen (IRD) handelt es sich um eine Gruppe genetischer Erkrankungen, die zu einem fortschreitenden Verlust des Sehvermögens führen, da die lichtempfindlichen Zellen des Auges – die Photorezeptoren – aufgrund von Mutationen in Genen absterben, die für ihre Funktion und ihr Überleben erforderlich sind.

Die Gentherapie hat sich als vielversprechender Ansatz erwiesen, um defekte Gene zu ersetzen oder zu ergänzen und so das Sehvermögen zu erhalten oder wiederherzustellen. Die meisten bestehenden Gentherapiestrategien wurden jedoch in frühen Krankheitsstadien entwickelt und getestet. Dadurch besteht eine große Lücke in der Behandlung von Patienten, bei denen die Diagnose erst nach Auftreten erheblicher Netzhautschäden gestellt wurde.

In einer in Molecular Therapy veröffentlichten Studie haben Forscher der Abteilung für experimentelle Netzhauttherapien an der School of Veterinary Medicine der University of Pennsylvania (Penn Vet) und ihre Mitarbeiter nun ein leistungsstarkes neues Toolkit entwickelt, um diese Lücke zu schließen.

Unter der Leitung von Raghavi Sudharsan , Assistenzprofessorin für experimentelle Augenheilkunde an der Pennsylvania Veterinary University , und William A. Beltran , Corinne R. Henry Bower Stiftungsprofessor für Augenheilkunde, entwickelte das Team vier neuartige Photorezeptor-spezifische Promotoren. „Diese kurzen DNA-Segmente fungieren als molekulare ‚Schalter‘, um das therapeutische Gen in den Zielzellen zu aktivieren und so selbst im mittleren bis späten Krankheitsstadium eine starke und spezifische Genexpression in Stäbchen- und Zapfen-Photorezeptoren zu bewirken“, erklärt Sudharsan, die Hauptautorin der Studie.

„Die meisten derzeit verwendeten Promotoren wurden bisher nur an gesunden Tiermodellen getestet, und ihre Leistung lässt oft nach, wenn die Netzhaut degeneriert“, fährt Sudharsan fort. „Im Gegensatz dazu“, so Sudharsan, „wurden die neu entwickelten Promotoren aufgrund ihrer Fähigkeit ausgewählt, die Genaktivität in Netzhäuten zu aktivieren, die bereits mehr als die Hälfte ihrer Photorezeptoren verloren hatten – was sie für die Krankheitsstadien, in denen Patienten häufig diagnostiziert werden, relevanter macht.“ Im direkten Vergleich übertrafen die neuen Promotoren den weit verbreiteten GRK1-Promotor sowohl hinsichtlich der Expressionsstärke als auch der Spezifität.