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Aktualisierte Leitlinie zur Silikose: Neue Standards für Diagnostik und Begutachtung

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat die S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Begutachtung der Berufskrankheit Silikose (Quarzstaublunge) aktualisiert. Die über vier Jahre von neun Fachgesellschaften überarbeitete Leitlinie richtet sich an Fachärzte aus Pneumologie, Arbeitsmedizin, Radiologie und Onkologie sowie an Kostenträger, Sachverständige und Sozialgerichte. Sie berücksichtigt die dynamische Entwicklung rund um die durch feinen Quarzstaub verursachte Lungenerkrankung, die in Berufen wie Bergbau, Straßenbau oder Metallindustrie auftritt.

Die aktualisierte Leitlinie legt verstärkt Wert auf moderne Diagnostikmethoden. Neben dem konventionellen Röntgenbild rückt die Computertomografie stärker in den Fokus, und es wurden genauere Kriterien für pathologische Veränderungen definiert, die eine Anerkennung als Berufskrankheit ermöglichen. Neu berücksichtigt werden seltene Formen wie die Lymphknotensilikose, bei der Lymphknoten betroffen sind, und die Alveolarproteinose, eine akute Entzündung der Lungenbläschen durch Staubablagerungen. Zudem behandelt die Leitlinie Begleiterkrankungen wie Tuberkulose, Lungenkrebs sowie immunbedingte und rheumatische Erkrankungen.

Ein praktisches Hilfstool im Anhang erleichtert die Bewertung der Erwerbsfähigkeitsminderung auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dies unterstützt die Unfallversicherung bei der Anerkennung der Silikose als Berufskrankheit. Die Leitlinie ist online im AWMF-Leitlinienregister verfügbar und bietet eine fundierte Orientierung für alle, die mit der Diagnostik und Begutachtung dieser Berufskrankheit befasst sind.