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Zinktransportierendes Protein trägt zum aggressiven Wachstum von Hirntumoren bei

In einer am Mittwoch in den Proceedings of the National Academy of Sciences ( PNAS ) veröffentlichten Studie erläutern Forscher der University of Oklahoma detailliert, warum der Hirntumor Glioblastom so aggressiv ist. Im Mittelpunkt ihrer Erkenntnisse steht ZIP4, ein Protein, das Zink durch den Körper transportiert und eine Kaskade von Ereignissen auslöst, die das Tumorwachstum fördern.

Etwa die Hälfte aller bösartigen Hirntumore sind Glioblastome, die tödlichste Form von Hirnkrebs mit einer mittleren Überlebensrate von 14 Monaten.

„Eine Operation bei Glioblastomen ist sehr anspruchsvoll, und die Patienten erleiden fast immer einen Rückfall“, sagte der leitende Autor der Studie, Dr. Min Li, Professor für Medizin, Chirurgie und Zellbiologie am University of Oklahoma College of Medicine. „Indem wir die Aggressivität dieser Hirntumore besser verstehen, hoffen wir, neue Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen.“

Unter normalen Bedingungen spielt ZIP4 eine positive Rolle, indem es die richtige Menge an Zink für eine gute Gesundheit transportiert und aufrechterhält. Bei Hirntumoren übernimmt ZIP4 jedoch eine andere Rolle. Im Fall eines Glioblastoms löst es eine Reihe von Ereignissen aus:

  • Glioblastome nehmen etwa zehnmal mehr Zink auf als normales Hirngewebe.
  • Glioblastome mit reichlich ZIP4 setzen winzige blasenartige Pakete frei, die als extrazelluläre Vesikel (EVs) bezeichnet werden.
  • In den EVs befindet sich ein Protein namens TREM1, das normalerweise dem Immunsystem bei der Bekämpfung von Infektionen hilft, in diesem Fall jedoch nahegelegene Immunzellen des Gehirns (Mikroglia genannt) in Unterstützer des Tumorwachstums verwandelt.
  • Diese Mikroglia setzen Chemikalien frei, die das Tumorwachstum ermöglichen.

„Alles beginnt damit, dass ZIP4 im Glioblastom überexprimiert wird“, sagte Li. „Das löst alle nachfolgenden Ereignisse aus, die das Tumorwachstum fördern.“

Lis Forschungsteam testete außerdem einen niedermolekularen Inhibitor gegen ZIP4 und TREM1. Der Inhibitor heftete sich an beide Proteine, stoppte deren Wirkung und verlangsamte das Tumorwachstum. „Das zeigt uns, dass ZIP4 und TREM1 vielversprechende therapeutische Ziele sein könnten“, sagte er.

Der Neurochirurg, Dekan des OU College of Medicine und Co-Autor der Studie, Ian Dunn, MD, sagte, die Ergebnisse seien ein ermutigender Schritt im Kampf gegen den aggressiven Krebs.

„Diese Ergebnisse sind bei einer so schweren Krebserkrankung wirklich aufregend. Wir hoffen, dass diese Erkenntnisse in neue Behandlungsansätze umgesetzt werden können, um das Leben unserer Patienten zu verbessern“, sagte Dunn, der seit über 20 Jahren Patienten mit Hirntumoren behandelt.