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Neue Ansätze in der Glioblastom-Therapie: Tumorbehandelnde Felder zeigen Potenzial

Eine retrospektive Studie unter der Leitung von Forschern der Fudan-Universität in China hat die klinischen Ergebnisse der Therapie mit tumorbehandelnden Feldern (TTFields) bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom (ndGBM) untersucht, entweder in Kombination mit Chemostrahlung (CRT) oder als alleinige Nachbehandlung. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Chinese Neurosurgical Journal am 7. März 2025, deuten darauf hin, dass die gleichzeitige Anwendung von TTFields und CRT eine sichere Behandlungsstrategie ist, deren Vorteile jedoch in groß angelegten Studien weiter erforscht werden müssen.

Glioblastom, der häufigste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen, ist ein aggressiver Krebs mit schlechter Prognose. TTFields nutzen elektrische Felder niedriger Intensität und mittlerer Frequenz, um die Teilung von Krebszellen zu hemmen. Zusätzlich fördern sie die Zellpermeabilität, aktivieren die Autophagie, stimulieren Immunreaktionen und stören die DNA-Reparaturmechanismen von Tumorzellen. Diese Eigenschaften erhöhen die Wirksamkeit von Chemotherapeutika wie Temozolomid, was die Kombination mit CRT besonders vielversprechend macht. Präklinische Studien legen nahe, dass TTFields das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) verbessern können.

Die Studie analysierte 72 Patienten, die zwischen Januar 2020 und Dezember 2021 am Huashan Hospital in China behandelt wurden. Diese wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt TTFields gleichzeitig mit CRT und setzte die Therapie danach fort (CA-TTF-Gruppe), die andere begann TTFields erst nach Abschluss der CRT (A-TTF-Gruppe). Die CA-TTF-Gruppe zeigte ein PFS von 14,2 Monaten und ein OS von 20,8 Monaten, während die A-TTF-Gruppe ein PFS von 15 Monaten und ein OS von 20 Monaten aufwies. Nach Anpassung an Ausgangsmerkmale wies die CA-TTF-Gruppe einen potenziellen Vorteil hin, der jedoch statistisch nicht signifikant war.

Die Forscher untersuchten auch molekulare Marker wie den MGMT-Promotor-Methylierungsstatus, der mit einer besseren Prognose verbunden ist, und TERT-Promotor-Mutationen, die eine schlechtere Prognose andeuten. Patienten mit MGMT-Methylierung hatten in beiden Gruppen bessere Überlebensaussichten, obwohl TERT-Mutationen in der CA-TTF-Gruppe häufiger waren. Trotz dieser Unterschiede waren die Überlebensergebnisse vergleichbar.

Hautbezogene Nebenwirkungen, wie leichte Kopfhautreizungen, Dermatitis und Juckreiz, traten bei 55 bis 60 Prozent der Patienten auf, ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Elektrisches Gefühl und Brennen waren selten. Die Studie bestätigt das günstige Sicherheitsprofil der gleichzeitigen TTFields-Therapie mit CRT.

Als erste praxisnahe Analyse der kombinierten Therapie bei ndGBM unterstreicht die Studie das Potenzial von TTFields, die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Eine laufende internationale Phase-3-Studie soll die Wirksamkeit weiter klären, um die Rolle dieser innovativen Strategie in der Glioblastom-Therapie zu festigen.