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Neuer Biomarker zur Vorhersage des Fortschreitens von Multipler Sklerose identifiziert

Forscher der Universität Turku, Finnland, haben einen neuen Biomarker entdeckt, der das Fortschreiten der Multiplen Sklerose (MS) vorhersagen kann.

Es wurde festgestellt, dass die Dicke des entzündlichen Zellrands, der die Hirnläsionen umgibt, direkt mit der Schwere und Geschwindigkeit des Fortschreitens der Krankheit korreliert. Die Studie, die an der Universität Turku in Finnland unter der Leitung von Professorin Laura Airas in Zusammenarbeit mit deutschen und niederländischen Kollegen durchgeführt wurde, ist in der angesehenen Zeitschrift Nature Medicine veröffentlicht worden.

Bessere zielgerichtete Behandlungen und schnellere Medikamentenentwicklung

Die Forschung kombinierte PET-Bildgebungsdaten von 114 finnischen MS-Patienten mit der Analyse von postmortalem Hirngewebe von niederländischen MS-Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Krankheit umso aggressiver fortschreitet, je breiter der Entzündungsrand um eine Hirnläsion ist.

„Wenn Mikrogliazellen einen dicken Rand um MS-Läsionen bilden, dringt ihre schädliche Aktivität tiefer in gesundes Hirngewebe ein und verursacht irreversible Schäden“, sagt Professor Laura Airas.

„Diese Entdeckung ermöglicht es uns nicht nur, Patienten, die eine aggressivere Behandlung benötigen, früher zu identifizieren, sondern auch die Wirksamkeit neuer Arzneimittelkandidaten zu bewerten, indem wir Veränderungen an den Läsionsrändern beobachten.“

Die Ergebnisse dürften die Entwicklung von Behandlungen insbesondere für die progressive MS, die bisher unterbehandelte Form der Krankheit, verbessern.

Original Paper:
Klotz, L., Smolders, J., Lehto, J. et al. Broad rim lesions are a new pathological and imaging biomarker for rapid disease progression in multiple sclerosis. Nat Med (2025). https://doi.org/10.1038/s41591-025-03625-7