Um ihre These zu prüfen, ließen die Forschenden Mäuse Beta-Glucan einatmen, ein Zucker in der Zellwand des Pilzes Candida. „Diesen Pilzsporen sind wir in unserem Leben ständig ausgesetzt. In besonders hoher Konzentration kommen sie beispielsweise in Räumen mit Klimaanlagen vor, wo sie ideale Lebensbedingungen vorfinden“, sagt Schlitzer.
Für gesunde Menschen ungefährlich; bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, etwa durch Krankheiten wie HIV, kann der Pilz jedoch schwerwiegende Erkrankungen auslösen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten nun mittels hochdimensionaler Einzelzelltechnologien wie das Immunsystem der Mäuse auf krankmachende Erreger reagierte. Der Befund: Mäuse, die dem Beta-Glucan ausgesetzt wurden und anschließend mit Legionellen infiziert wurden, reagierten anders auf die krankmachenden Erreger als Mäuse, die den Pilzbestandteil nicht eingeatmet hatten. „Die Mäuse waren resistent gegen die Legionellen-Infektion bzw. konnten durch die veränderte Immunantwort besser heilen“, fasst Schlitzer zusammen.
Um die Immunantwort anzupassen, nachdem sie mit ungefährlichen Partikeln in Kontakt gekommen sind, nutzen Makrophagen bestimmte Proteine, die auch bei Krankheiten wie Alzheimer oder Adipositas eine Rolle spielen. Schlitzer: „Wenn es uns gelingt, Makrophagen spezifisch zu modulieren, könnten sie als Stellschrauben für Therapieansätze bei diesen Krankheiten dienen.“ Daran wird seine Arbeitsgruppe nun zukünftig forschen.
https://www.nature.com/articles/s41590-024-01830-z

