New Brunswick, 15. April 2025 – Johnson & Johnson (J&J) hat im ersten Quartal 2025 ein robustes operatives Umsatzwachstum von 4,2 Prozent erzielt, trotz erheblicher Herausforderungen durch den Verlust der Exklusivität des Blockbuster-Medikaments STELARA. Diese Leistung unterstreicht die Stärke des diversifizierten Geschäftsmodells des Unternehmens, das sowohl im Bereich Innovative Medicine als auch in der MedTech-Sparte wächst. Der Umsatz belief sich weltweit auf 21,9 Milliarden US-Dollar, wobei das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr 2025 optimistisch angepasst hat.
Innovative Medicine: Stark trotz STELARA-Rückgang
Im Bereich Innovative Medicine verzeichnete J&J einen Umsatz von 13,9 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 4,2 Prozent entspricht, obwohl STELARA einen Rückgang von 32,3 Prozent hinnehmen musste. Dies wurde durch starke Leistungen anderer Produkte ausgeglichen. Besonders hervorzuheben ist DARZALEX, das mit einem Wachstum von über 20 Prozent und einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden US-Dollar weiterhin Maßstäbe im Bereich multiples Myelom setzt. Neue Zulassungen in Europa für eine quadrupel-basierte Therapie verstärken die Position dieses Medikaments.
Im Bereich Onkologie punktete J&J mit RYBREVANT in Kombination mit LAZCLUZE, die in Studien zur Behandlung von EGFR-mutiertem Lungenkrebs die Gesamtüberlebenszeit um über ein Jahr verlängerten. Eine kürzlich erfolgte Zulassung der subkutanen Verabreichung in Europa verkürzt die Behandlungszeit erheblich und stärkt die Marktposition. In der Immunologie sorgte TREMFYA mit einem Wachstum von 20,1 Prozent für Aufsehen, angetrieben durch die Markteinführung in der Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Die jüngste FDA-Zulassung für Morbus Crohn unterstreicht das Potenzial von TREMFYA, ein zukünftiger Umsatztreiber mit einem Marktpotenzial von über 10 Milliarden US-Dollar zu werden.
Die Übernahme von Intra-Cellular Therapies erweitert das Portfolio im Bereich Neurowissenschaften. Das Medikament CAPLYTA, bereits zugelassen für Schizophrenie und bipolare Depression, zeigte in Studien vielversprechende Ergebnisse für die Behandlung von schweren Depressionen, mit einer erwarteten Zulassung noch in diesem Jahr.
MedTech: Solides Wachstum durch Akquisitionen
Die MedTech-Sparte erzielte einen Umsatz von 8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4,1 Prozent. Besonders die kürzlich übernommenen Unternehmen Abiomed und Shockwave trugen zum Wachstum bei. Abiomed verzeichnete ein Wachstum von 14 Prozent, unterstützt durch die zunehmende Akzeptanz seiner Impella-Herzpumpen, die in den USA eine verbesserte Klassifizierung erhielten. Shockwave führte einen neuen Katheter für die Behandlung von peripheren arteriellen Erkrankungen ein, was die Marktposition stärkt. Im Bereich Elektrophysiologie zeigte die Wiederaufnahme von VARIPULSE-Fällen in den USA Fortschritte, mit weltweit über 5.500 durchgeführten Eingriffen.
Die chirurgische Sparte profitierte von Innovationen wie dem OTTAVA-Robotersystem, das erste klinische Studien in den USA durchläuft. Allerdings verzeichneten die orthopädischen Produkte einen Rückgang von 3,1 Prozent, bedingt durch einmalige Ereignisse wie eine Änderung in der Umsatzverrechnung und weniger Verkaufstage. Neue Produkte und verbesserte kommerzielle Ausführung sollen hier im zweiten Halbjahr für eine Erholung sorgen.
Finanzielle Stärke und strategische Investitionen
Trotz des STELARA-Rückgangs und der Auswirkungen der Medicare-Part-D-Reform meldete J&J einen Nettogewinn von 11 Milliarden US-Dollar, stark beeinflusst durch die Rückstellung von 7 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit dem Talc-Rechtsstreit. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 2,77 US-Dollar, ein Anstieg von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die liquiden Mittel beliefen sich auf 38,8 Milliarden US-Dollar, wobei die Nettoverschuldung nach Berücksichtigung der Intra-Cellular-Übernahme bei etwa 27,5 Milliarden US-Dollar lag.
J&J investiert stark in die Zukunft: Über die nächsten vier Jahre sind mehr als 55 Milliarden US-Dollar für Forschung, Entwicklung und Produktionskapazitäten in den USA geplant, ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neue Produktionsstätten, darunter eine in North Carolina, sollen die Versorgung mit innovativen Medikamenten und Geräten sichern. Zudem wurde die Dividende zum 63. Mal in Folge um 4,8 Prozent erhöht, was die Verpflichtung gegenüber den Aktionären unterstreicht.
Herausforderungen und Ausblick
Die Einführung von Biosimilars für STELARA und die Auswirkungen von Zöllen, insbesondere auf MedTech-Produkte, belasten die Margen. Dennoch bleibt J&J optimistisch und hebt die Umsatzprognose für 2025 um 700 Millionen US-Dollar an, unter anderem durch die Integration von CAPLYTA. Das Unternehmen erwartet ein operatives Umsatzwachstum von 3,3 bis 4,3 Prozent und eine Verbesserung der operativen Marge um 300 Basispunkte.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet J&J ein stärkeres Wachstum, getrieben durch neue Produkteinführungen und eine Normalisierung der Verfahren in der MedTech-Sparte. Weitere Meilensteine wie die Zulassung von icotrokinra für Psoriasis und Fortschritte im OTTAVA-Programm sollen das Wachstum bis Ende des Jahrzehnts unterstützen.
Fazit
Johnson & Johnson startet mit einem starken ersten Quartal 2025 und beweist seine Widerstandsfähigkeit in einem herausfordernden Marktumfeld. Die Kombination aus einem diversifizierten Portfolio, strategischen Akquisitionen und einem klaren Fokus auf Innovation positioniert das Unternehmen für nachhaltiges Wachstum. Trotz kurzfristiger Hindernisse wie STELARA-Biosimilars und Zöllen bleibt J&J zuversichtlich, seine ambitionierten Ziele zu erreichen und den Aktionären langfristigen Wert zu bieten.
