Widersprüchliche Ergebnisse der Umweltepidemiologie haben lange Zeit einen Konsens über die gesundheitlichen Auswirkungen giftiger Chemikalien verhindert. Eine neue Studie der Mailman School of Public Health der Columbia University, die im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde , legt nahe, dass ein Hauptgrund für diese Widersprüche die begrenzten Expositionsbereiche in einzelnen Studien sein könnten – was zu unzureichenden Ergebnissen und unklaren Schlussfolgerungen führt.
Forscher nutzten simulierte Daten, um zu untersuchen, wie gut sich Dosis-Wirkungs-Beziehungen zwischen Chemikalienexposition und gesundheitlichen Folgen in Einzel- und Poolstudien identifizieren lassen. Ihre Ergebnisse deuten auf eine klare Lösung hin: Die Zusammenfassung von Daten aus verschiedenen Studien sollte Priorität haben, auch wenn Störvariablen zwischen den Kohorten variieren.
Der Forschungsschwerpunkt lag auf polychlorierten Biphenylen (PCB), einer Klasse persistenter organischer Schadstoffe (POP). Insbesondere untersuchte die Studie den Zusammenhang zwischen der mütterlichen Belastung mit PCB-153 – dem am häufigsten im menschlichen Blut nachgewiesenen PCB-Kongener – und dem Geburtsgewicht. Dieser Zusammenhang wurde in früheren Studien widersprüchlich dargestellt.
„Einige Chemikalien, wie etwa endokrin wirksame POPs, können bereits in sehr geringen Dosen die Körperfunktionen beeinträchtigen“, so Siegel. „Es ist wichtig zu verstehen, wie sich die Gesundheitsrisiken über den gesamten Expositionsbereich hinweg verändern – doch dazu sind umfassendere Daten erforderlich, als die meisten Einzelstudien bieten können.“
Um diese Lücke zu schließen, erstellten die Forscher fünf hypothetische Populationen mit unterschiedlicher Expositionsverteilung – von niedrig bis hoch – basierend auf realen Daten aus drei bekannten Geburtskohorten: dem Columbia Children’s Center for Environmental Health (CCCEH ) in New York City, der Kohorte des Environmental Health Fund (EHF) in Israel und den Child Health and Development Studies (CHDS) in Kalifornien.
Durch die Simulation dieser unterschiedlichen Expositionsumgebungen und deren Einzel- und Gesamtanalyse bewertete das Team, wie gut jeder Ansatz eine „echte“ Dosis-Wirkungs-Kurve liefern konnte. Die Ergebnisse waren eindeutig: Studien mit begrenzter Expositionsvariabilität konnten häufig keine Effekte erkennen, während gepoolte Daten die erwartete Beziehung genauer widerspiegelten.
