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Zellen im Bindegewebe eröffnen Strategie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Forscher der Universität Umeå in Schweden haben einen bislang unbekannten Typ von Bindegewebszellen entdeckt, die Krebszellen in Bauchspeicheldrüsentumoren umgeben. Die neu entdeckten Zellen wirken der Tumorentwicklung entgegen und könnten daher ein Ziel für die Erforschung neuer Behandlungsmethoden gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs sein, eine der tödlichsten Krebsarten.

„Von einer Behandlung sind wir noch weit entfernt, aber dies könnte einen gangbaren Weg für weitere Forschung aufzeigen“, sagt Daniel Öhlund, außerordentlicher Professor an der Universität Umeå und Leiter der aktuellen Studie.

Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den Krebsarten mit der schlechtesten Überlebensprognose. Dies liegt zum einen daran, dass er oft erst spät erkannt wird, zum anderen daran, dass er auf herkömmliche Behandlungen mit Chemotherapie schlecht anspricht.

Forscher der Universität Umeå haben die Bindegewebszellen untersucht, die die Krebszellen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs umgeben. Diese Zellen, die sogenannten Krebs-assoziierten Fibroblasten (CAF), spielen eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. Verschiedene CAF-Typen stimulieren das Wachstum von Krebszellen und tragen dazu bei, dass diese gegen gängige Chemotherapien resistent werden. Dadurch wird der Krebs aggressiver und schwieriger zu behandeln.

Die Forscher aus Umeå entdeckten eine bislang unbekannte CAF-Untergruppe mit gegensätzlichen Eigenschaften. Diese Gruppe kann den Krebs hemmen und körpereigenen Immunzellen den Weg zum Angriff auf die Krebszellen ebnen. Diese neu entdeckte Gruppe, die sogenannten Interferon-Response-Krebs-assoziierten Fibroblasten (ifCAF), ist jedoch unter den anderen CAF, die die Krebszellen umgeben, in der Minderheit.

„Wir sehen eine Chance darin, ob es möglich wäre, die Bildung dieses neu entdeckten und sanfteren Zelltyps um die Krebszellen herum zu stimulieren, und zwar auf Kosten der Bindegewebszellen, die den Krebs aggressiv machen“, sagt Daniel Öhlund.

Die Forscher der Universität Umeå untersuchen nun potenzielle Wirkstoffe, die die Bildung von ifCAF-Zellen fördern, so dass deren Anzahl steigt und so die Krankheitsentwicklung verlangsamt wird. Im Erfolgsfall könnte dies ein Ziel für die Entwicklung zukünftiger Medikamente werden.

Jedes Jahr wird bei etwa einer halben Million Menschen weltweit Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert.

DOI

10.1158/0008-5472.CAN-23-3252