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Vorhersage langfristiger psychedelischer Nebenwirkungen gelungen

Psychedelische Drogen erfahren in der Schulmedizin zunehmendes Interesse, und erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine psychedelische Therapie eine sichere und wirksame Behandlungsmethode für einige psychische Erkrankungen sein kann. Das Nebenwirkungsprofil ist jedoch noch immer nicht vollständig verstanden. Insbesondere wird vermutet, dass der Konsum von Psychedelika das Risiko birgt, latente psychotische Störungen oder anhaltende visuelle Halluzinationen auszulösen, die als Hallucinogen Persisting Perception Disorder (HPPD) bezeichnet werden. Um die Prävalenz und die Risikofaktoren solcher Nebenwirkungen besser zu verstehen, befragten Katie Zhou und Kollegen online 654 Personen, die auf eigene Initiative Psychedelika einnehmen wollten. Von diesen wurden 315 Personen zwei Wochen nach ihrem Erlebnis erneut befragt und 212 Personen vier Wochen nach ihrem Erlebnis erneut. Die Stichprobe bestand zu 74 % aus Männern und zu 77 % aus Menschen mit Universitätsabschluss. Bei etwa einem Drittel war mindestens eine psychiatrische Erkrankung diagnostiziert worden. Die Autoren stellten fest, dass ein schwacher Zusammenhang zwischen lebenslangem Psychedelikakonsum und Wahnvorstellungen sowie magischem Denken besteht. Im Durchschnitt waren die Wahnvorstellungen jedoch einen Monat nach Beginn des Psychedelikakonsums leicht zurückgegangen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass schizotypische Züge möglicherweise nicht durch die Einnahme von LSD oder Zauberpilzen verursacht werden, entsprechend dem Grundsatz, dass Korrelation nicht Kausalität impliziert.

Etwa ein Drittel der nach vier Wochen befragten Personen hatte tatsächlich anhaltende halluzinatorische Sinneserfahrungen, beispielsweise intensivierte Farben und Nachbilder. Die Mehrheit derer, die dies erlebten, gab jedoch an, dadurch nicht belastet worden zu sein. Die stärksten Prädiktoren für anhaltende visuelle Nachwirkungen waren das Persönlichkeitsmerkmal Absorption – die Tendenz, leicht in Sinnes- oder Vorstellungserlebnisse einzutauchen – und ein jüngeres Alter.

Dies untermauert frühere Erkenntnisse, die zeigen, dass junge Menschen und Heranwachsende einem besonderen Risiko für HPPD ausgesetzt sein können. Den Autoren zufolge sollten politische Veränderungen und Veränderungen beim Zugang zu psychedelischen Drogen mit einer empirischen Untersuchung der potenziellen Risiken von Psychedelika einhergehen.