Budapest, 3. April 2025 – In Ungarn breitet sich die Maul- und Klauenseuche (MKS) weiter aus und stellt Landwirte sowie Behörden vor große Herausforderungen. Wie das ungarische Landwirtschaftsministerium heute mitteilte, wurden am 2. April zwei weitere Fälle der hochansteckenden Viruserkrankung in Rinderbetrieben im Nordwesten des Landes bestätigt. Damit steigt die Zahl der Ausbrüche in den letzten Wochen auf mehrere Vorfälle, die erstmals am 7. März in Kisbajcs, nahe der Grenze zur Slowakei, registriert wurden.
Der jüngste bekannte Ausbruch ereignete sich in der Gemeinde Levél im Komitat Gy?r-Moson-Sopron, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Dort mussten auf einem Betrieb mit etwa 3.000 Milchrindern umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden, darunter die Keulung der gesamten Herde – obwohl nur ein kleiner Teil der Tiere infiziert war. Die Kadaver wurden in einem Massengrab nahe der Grenze vergraben, was bei Anwohnern Ängste vor einer Grundwasserverunreinigung ausgelöst hat. „Wir sind besorgt, dass das Trinkwasser gefährdet sein könnte“, sagte Mihály Bakos, ein Bewohner des nahegelegenen Dorfes Csermeztanya.
Seit dem ersten Ausbruch Anfang März wurden in Ungarn bereits Tausende Tiere getötet, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Schutz- und Überwachungszonen wurden eingerichtet, und ein striktes Transportverbot für empfängliche Tierarten wie Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen verhängt. Die ungarischen Veterinärbehörden setzen zudem suppressiv Impfungen ein, um die Verbreitung des Virus bis zur vollständigen Keulung der betroffenen Bestände zu verlangsamen. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da die Seuche auch in der benachbarten Slowakei auftrat und die grenznahe Region besonders gefährdet ist.
Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Exportmärkte für ungarisches Fleisch sind eingebrochen, und Landwirte klagen über unzureichende Entschädigungen. „Die Zahlungen decken nicht einmal annähernd den Schaden“, erklärte Paul Meixner, ein betroffener Landwirt aus Levél. Experten warnen, dass die Seuche trotz der Maßnahmen weiter um sich greifen könnte, da das Virus über direkten Kontakt, kontaminierte Gegenstände oder sogar die Luft übertragen werden kann.
Nachbarländer wie Österreich reagieren mit verschärften Kontrollen und Einfuhrverboten für Tiere und tierische Produkte aus Ungarn und der Slowakei. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine Einschleppung nach Österreich, doch die Behörden bleiben in höchster Alarmbereitschaft. Für den Menschen stellt die Maul- und Klauenseuche keine Gefahr dar, doch das immense Tierleid und die wirtschaftlichen Verluste machen sie zu einer der gefürchtetsten Tierseuchen in der Landwirtschaft.
Die ungarischen Behörden kündigten an, die Untersuchungen zur Herkunft des Virus zu intensivieren und weitere Maßnahmen zu prüfen, um die Krise einzudämmen. Die Situation wird in den kommenden Tagen entscheidend sein, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
