Hamburg – Seit dem 1. April 2025 stehen Prof. Dr. Francis Ayuk und Prof. Dr. Boris Fehse an der Spitze der Interdisziplinären Klinik und Poliklinik für Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Klinik, spezialisiert auf zelluläre Therapien und allogene Stammzelltransplantationen bei Erwachsenen, setzt mit den beiden international anerkannten Experten auf Kontinuität und Innovation. Sie lösen Prof. Dr. Nicolaus Kröger ab, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Prof. Ayuk: Pionier der CAR-T-Zell-Therapie
Prof. Francis Ayuk (51) bringt umfassende Expertise in der allogenen Stammzelltransplantation und CAR-T-Zell-Therapie mit. Sein Fokus liegt auf der klinisch-translationalen Forschung, etwa zur Vermeidung der Spender-gegen-Wirt-Krankheit und neuen Ansätzen ohne Chemotherapie oder Bestrahlung. Seit 2019 leitet er das CAR-T-Zell-Programm des UKE und hat ein wissenschaftliches Begleitprogramm etabliert, das Therapieerfolge und Nebenwirkungen frühzeitig erkennt und die Behandlung optimiert. Ayuk, der in Hamburg Medizin studierte, legte mit seiner Promotion zur Genmodifikation von T-Zellen den Grundstein für Deutschlands erste Gentherapiestudie gegen die Spender-gegen-Wirt-Krankheit. Nach Stationen als leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikleiter übernahm er nun die W3-Professur für Stammzelltransplantation und zellbasierte Therapien.
Prof. Fehse: Meister der Gentherapie
Prof. Boris Fehse (59) gilt als einer der führenden Gentherapie-Experten Deutschlands. Seine Forschung konzentriert sich auf genetische Zellmodifikationen – sei es mit retroviralen Genfähren oder modernen Techniken wie CRISPR/Cas – für therapeutische Zwecke und Grundlagenforschung. Zudem entwickelt er innovative Diagnoseverfahren für die Zeit nach Transplantationen. Fehse, der in Moskau Biomedizin studierte, kam 1996 ans UKE, wo er den Zell- und Gentherapieschwerpunkt aufbaute und an der ersten deutschen Gentherapiestudie mitwirkte. Nach einer Professur in Frankfurt kehrte er 2009 als Leiter der Forschungsabteilung für Zell- und Gentherapie ans UKE zurück.
Internationales Renommee
Beide Wissenschaftler sind durch zahlreiche Publikationen, Preise und leitende Rollen in Fachgesellschaften international etabliert. „Mit Ayuk und Fehse gewinnt das UKE zwei Visionäre, die Forschung und klinische Anwendung auf höchstem Niveau verbinden“, heißt es aus der Klinikleitung. Ihr Ziel: Die Position des UKE als führendes Zentrum für Stammzelltherapien weiter auszubauen und Patienten mit schweren Bluterkrankungen neue Perspektiven zu bieten.
