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Bundesärztekammer fordert nachhaltige Finanzierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Berlin, 27. März 2025 – Die Bundesärztekammer (BÄK) dringt auf eine langfristige und auskömmliche Finanzierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Anlässlich des Tags des Gesundheitsamtes am 19. März betonte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt die wachsende Bedeutung des ÖGD angesichts globaler Gesundheitskrisen, steigender chronischer und psychosozialer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, sozialer Ungleichheiten, Migration und der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. „Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist heute wichtiger denn je“, sagte Reinhardt.

Fortführung des Pakts gefordert

Reinhardt rief Bund und Länder auf, den 2020 beschlossenen Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst über 2026 hinaus zu verlängern. „Die zusätzlichen Mittel haben personelle, administrative und technische Fortschritte in den Gesundheitsämtern ermöglicht. Diese Errungenschaften müssen nachhaltig gesichert werden“, erklärte er. Die neue Bundesregierung stehe in der Pflicht, gemeinsam mit den Ländern eine stabile Finanzierung zu gewährleisten.

Positionspapier mit klaren Forderungen

In einem am heutigen Tag veröffentlichten Positionspapier mit dem Titel „Lehren der Corona-Pandemie nicht vergessen: Öffentlichen Gesundheitsdienst dauerhaft stärken“ konkretisiert die BÄK ihre Anforderungen. Neben der Paktsicherung fordert sie, dass Gesundheitsämter weiterhin von Ärztinnen und Ärzten mit medizinischer Expertise geleitet werden. Zudem solle die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft eine nationale Public Health-Strategie zur Förderung gesunder Lebensweise entwickeln. Die Weiterentwicklung von Institutionen wie dem Robert Koch-Institut und dem neuen Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit müsse eng mit Fachkreisen abgestimmt werden. Das Papier ist auf www.baek.de/kernforderungen-oegd abrufbar.

Klimawandel und Gesundheit im Fokus

Der diesjährige Tag des Gesundheitsamtes stand unter dem Motto „Klimawandel und Gesundheit“. Reinhardt wies auf die vielfältigen Auswirkungen des Klimawandels hin – von Hitzewellen und Dürren über die Ausbreitung von Tropenkrankheiten bis hin zu psychischen Belastungen wie Angstzuständen und Depressionen. „Der ÖGD spielt eine zentrale Rolle im Bevölkerungsschutz, auch bei diesen neuen Herausforderungen“, betonte er.

Ein krisenfester ÖGD als Ziel

Die BÄK sieht im ÖGD einen unverzichtbaren Akteur, um aktuelle und künftige Gesundheitsrisiken zu bewältigen. Mit ihren Forderungen will sie sicherstellen, dass die Lehren aus der Corona-Pandemie nicht in Vergessenheit geraten und der Öffentliche Gesundheitsdienst dauerhaft gestärkt wird – für eine resiliente und gesunde Gesellschaft.