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ADHS kann Demenz im Alter auslösen

Das Gehirn eines Erwachsenen, der an einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit oder ohne Hyperaktivität (ADHS) leidet, weist ähnliche Veränderungen auf wie das von Demenzkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Genfer Universitätskliniken (HUG) und der Universität Genf (UNIGE), aus der hervorgeht, dass Patienten mit einer ADHS-Diagnose im Vergleich zu gesunden Personen mehr Eisen in bestimmten Hirnregionen und einen höheren Gehalt an Neurofilamenten (NfL) im Blut haben. Diese Marker sind nachweislich charakteristisch für altersbedingte Demenzerkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit und können im Frühstadium der Krankheit gemessen werden.

Die Studie bestätigt, dass ADHS mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Demenz im späteren Leben verbunden sein kann, und sie liefert erste Hinweise auf einen möglicherweise beteiligten neurologischen Mechanismus.

Die Autoren resümieren:

„Unsere Ergebnisse deuten auf einen veränderten regionalen Eisengehalt in den Gehirnen von Erwachsenen mit ADHS hin. Der beobachtete Zusammenhang zwischen erhöhter präzentraler magnetischer Suszeptibilität und erhöhter NfL deutet auf einen Zusammenhang zwischen lokalem Eisenüberschuss im Gehirn und neuroaxonalen Schäden bei ADHS hin. Angesichts der begrenzten Stichprobengröße der aktuellen Studie und des naturalistischen Medikationsplans sind weitere Längsschnittstudien erforderlich, um festzustellen, ob eine veränderte Eisenverteilung im Gehirn bei Erwachsenen mit ADHS mit einem erhöhten Demenzrisiko im Alter verbunden sein könnte“.

Brain iron load and neuroaxonal vulnerability in adult attention?deficit hyperactivity disorder – Berberat – Psychiatry and Clinical Neurosciences – Wiley Online Library