Zum Inhalt springen
Home » Migräne: Diese Mittel helfen wirklich

Migräne: Diese Mittel helfen wirklich

Migräne ist mehr als nur ein Kopfschmerz – sie kann das Leben stark beeinträchtigen. Doch es gibt Hoffnung: Verschiedene Arzneimittel können die Schmerzattacken lindern oder sogar vorbeugen. Die aktuelle Ausgabe des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau (3B/2025) beleuchtet die Unterschiede zwischen den Optionen und gibt wichtige Tipps für Betroffene.

Schmerzmittel: Der erste Schritt bei Migräne

Für leichte bis moderate Migränekopfschmerzen empfehlen Experten rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Acetylsalicylsäure (ASS). „Sie helfen gut, vorausgesetzt, man nimmt sie richtig dosiert bei den ersten Anzeichen der Migräne ein“, erklärt Apotheker Marc Kößling. Die Dosierung ist entscheidend: Zu wenig wirkt nicht, zu spät eingenommen sinkt die Wirkung. Kombinationspräparate, die mehrere Wirkstoffe enthalten, können bei stärkeren Beschwerden effektiver sein. Wichtig ist jedoch, die Packungsbeilage genau zu beachten, um Nebenwirkungen wie Magenprobleme zu vermeiden.

Triptane: Spezialisten gegen Migräne

Für mittlere bis schwere Attacken kommen Triptane ins Spiel – Medikamente, die speziell für Migräne entwickelt wurden. Laut der ärztlichen Leitlinie sollten sie erst dann verschrieben werden, wenn rezeptfreie Mittel versagen. Doch eine aktuelle Studie, 2024 im British Medical Journal veröffentlicht, rüttelt an dieser Empfehlung. Das internationale Forschungsteam fand heraus, dass Triptane Migräneschmerzen zuverlässiger lindern als herkömmliche Schmerzmittel. Apotheker Kößling rät: „Wirkt das erste Triptan nicht, lohnt es sich, ein anderes zu testen – die Wirkung ist individuell.“ Triptane sind rezeptpflichtig und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Ein wichtiger Hinweis: „Wer an mehr als 15 Tagen im Monat Schmerzmittel oder an mehr als zehn Tagen Triptane nimmt, riskiert einen Übergebrauchskopfschmerz“, warnt Kößling. Dieser Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz (MÜK) kann die Beschwerden sogar verschlimmern – ein Teufelskreis, den es zu vermeiden gilt.

Prophylaxe: Attacken vorbeugen

Bei häufigen Migräneanfällen – ab vier oder mehr Schmerztagen im Monat – kann eine medikamentöse Vorbeugung sinnvoll sein. Bewährt haben sich Betablocker, niedrig dosierte Antidepressiva oder Antiepileptika. Seit einigen Jahren gibt es zudem eine neue Option: CGRP-Antikörper, die gezielt für die Migräneprophylaxe entwickelt wurden. „Wenn klassische Mittel ohne Erfolg getestet wurden, können Antikörper eine Alternative sein“, sagt Prof. Dr. Dagny Holle-Lee, Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums in Essen. Diese Antikörper werden meist gespritzt und blockieren ein Protein, das Migräne auslöst. Sie sind jedoch teuer und kommen vor allem bei schweren Fällen infrage.

Credits: LabNews Media LLC.
Credits: LabNews Media LLC.

Individuell ausprobieren

Ob Schmerzmittel, Triptane oder Prophylaxe – was bei Migräne hilft, ist von Person zu Person verschieden. „Man muss es ausprobieren“, betont Holle-Lee. Wichtig ist, die Einnahme mit einem Arzt abzustimmen und auf Warnsignale wie Nebenwirkungen oder eine Zunahme der Attacken zu achten. Auch ein Migränetagebuch kann helfen, Auslöser zu erkennen und die Therapie anzupassen.

Fazit

Migräne lässt sich mit der richtigen Strategie gut in den Griff bekommen. Rezeptfreie Mittel sind der Einstieg, Triptane eine starke Option bei schweren Attacken, und bei häufigen Beschwerden kann eine Prophylaxe die Lebensqualität steigern. Doch Vorsicht vor Übergebrauch – hier ist weniger oft mehr.

Quelle: Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 3B/2025, erhältlich in den meisten Apotheken. Weitere Infos unter www.apotheken-umschau.de sowie auf Facebook, Instagram und YouTube.

Haftungsausschluss: LabNews ist kein Arzt; bitte konsultieren Sie einen.