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Analyse: F&E unter Donald Trump

Key points

  • Es scheint wahrscheinlich, dass Donald Trump einen disruptiven Effekt auf die US-Forschungslandschaft hatte, insbesondere durch Kürzungen bei der Finanzierung und Verschiebungen in den Forschungsprioritäten.
  • Die Forschung legt nahe, dass seine Politik die Klimaforschung und internationale Zusammenarbeit beeinträchtigt hat, mit langfristigen Risiken für die wissenschaftliche Innovation.
  • Eine unerwartete Detail ist, dass trotz abgelehnter Budgetkürzungen durch den Kongress spezifische Programme wie die Gesundheitsforschung des DOI eingestellt wurden.

Finanzierung und Ressourcen

Trumps Politik führte zu erheblichen Kürzungen bei der Forschungsführung, insbesondere durch Änderungen in den Zuschussrichtlinien der National Institutes of Health (NIH). Im Jahr 2025 wurde eine Obergrenze für indirekte Kosten bei 15 % festgelegt, was eine massive Reduktion gegenüber den üblichen Raten darstellt. Dies betrifft Universitäten und Forschungsinstitutionen, die auf solche Mittel angewiesen sind, und könnte zu Projektverzögerungen führen.

Forschungsprioritäten und Personal

Seine Politik verschob die Prioritäten hin zu fossilen Brennstoffen und weg von erneuerbaren Energien und Klimaforschung. Dies führte zu personellen Verlusten, wie dem Verlust von 672 Wissenschaftlern bei der EPA zwischen 2016 und 2020, was die Kapazität dieser Behörden reduzierte.

Internationale Zusammenarbeit und Vertrauen

Die Überprüfung internationaler Zusammenarbeitsabkommen, insbesondere mit China, könnte die Forschung in Schlüsselbereichen wie KI und Biotechnologie behindern. Zudem sank das Vertrauen der Öffentlichkeit in Wissenschaftler, was die Forschungsumgebung weiter belastete.

Credits: LabNews Media LLC

Bericht

Die Analyse, ob Donald Trump einen disruptiven Effekt auf die US-Forschungslandschaft hatte und die Bewertung der Folgen, basiert auf einer umfassenden Überprüfung seiner Politik und Maßnahmen während seiner Präsidentschaft (2017–2021) sowie der Auswirkungen auf die wissenschaftliche Forschung in den USA. Die US-Forschungslandschaft umfasst die wissenschaftliche Infrastruktur, einschließlich Finanzierung, Institutionen, internationale Zusammenarbeit und die allgemeine Forschungsumgebung. Diese Analyse berücksichtigt die aktuellen Daten bis zum 21. März 2025 und beleuchtet die kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen.

Hintergrund und Kontext

Donald Trumps Amtszeit war von einer Reihe von politischen Maßnahmen geprägt, die die wissenschaftliche Forschung in den USA beeinflussten. Dazu gehörten Budgetvorschläge, exekutive Order, Personalentscheidungen und die Haltung gegenüber internationaler Zusammenarbeit. Diese Maßnahmen hatten weitreichende Auswirkungen auf die Finanzierung, die Forschungsprioritäten und das öffentliche Vertrauen in die Wissenschaft.

Detaillierte Analyse der Disruptiven Effekte

Finanzielle Einschnitte und Umverteilung von Ressourcen

Trumps Politik führte zu erheblichen Kürzungen bei der Forschungsführung, insbesondere durch Änderungen in den Zuschussrichtlinien der NIH. Im Februar 2025 wurde angekündigt, dass die NIH die indirekten Kosten, die Forschungseinrichtungen zurückerstatten können, auf 15 % des Zuschussbetrags begrenzen (Impact of Trump Administration Directives on Scientific Research in the U.S. | Advisories | Arnold & Porter). Dies stellt eine massive Reduktion dar, da Institutionen typischerweise fast doppelt so viel oder mehr erhalten. Im Jahr 2023 stellte die NIH über 35 Milliarden Dollar zur Verfügung, wovon 9 Milliarden Dollar für indirekte Kosten verwendet wurden. Diese Kürzungen könnten zu einer Verringerung der Forschungsprojekte und einer Belastung der institutionellen Budgets führen.

Zusätzlich wurden Budgetvorschläge für tiefgreifende Kürzungen bei der wissenschaftlichen Forschung gemacht, obwohl viele davon vom Kongress abgelehnt wurden. Dennoch wurden spezifische Programme, wie die Forschung des DOI zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Bergbau, im April 2018 eingestellt, mit der Begründung, sie seien „überflüssig“ (Politics v. science: How President Trump’s war on science impacted public health and environmental regulation – PMC).

Verschiebung der Forschungsprioritäten

Trumps Politik favorisierte fossile Brennstoffe gegenüber erneuerbaren Energien und Klimaforschung, was zu einer Umverteilung von Ressourcen führte. Dies wird durch exekutive Order wie die „Unleashing American Energy“ deutlich, die Bidens Umwelt- und Klimaregulierungen aufhob und den Fokus auf fossile Brennstoffe legte (President Trump reshapes US research landscape | Science in the net). Die Umstrukturierung von Bundesbehörden wie der EPA unter James Payne, die Umweltverträglichkeitsprüfungen überarbeitete und Energieprojekte beschleunigte, beeinträchtigte die Umweltforschung. Ebenso verlagerte die NASA unter Jared Isaacman den Fokus auf kommerzielle Raumfahrt, was möglicherweise zu Kürzungen bei Erderkundungsprogrammen für die Klimawissenschaft führte.

Personelle Verluste und Kapazitätsreduktionen

Die EPA verlor zwischen 2016 und 2020 672 Wissenschaftler (6 % ihres wissenschaftlichen Personals), und das USGS verlor 150 Wissenschaftler (2 % ihres Personals), was die Kapazität dieser Behörden zur Durchführung von Forschung reduzierte (Politics v. science: How President Trump’s war on science impacted public health and environmental regulation – PMC). Die Einführung von Einstellungsstopps und die Abschaffung von DEI-Programmen könnten langfristig die Vielfalt und den Nachwuchs in der Forschung beeinträchtigen, was die Forschungsumgebung weiter schwächt.

Unterdrückung wissenschaftlicher Informationen

Es wurden 346 anti-wissenschaftliche Maßnahmen dokumentiert, darunter 154 Fälle von Regierungszensur, von denen 72 % mit der Unterdrückung von Klimawandelinformationen zusammenhingen. Klimawandelinformationen wurden von den Websites von 12 Bundesbehörden entfernt, was den Zugang zu kritischen Daten für Forscher und die Öffentlichkeit einschränkte (Politics v. science: How President Trump’s war on science impacted public health and environmental regulation – PMC). Mindestens neun wissenschaftliche Beratungskomitees wurden aufgelöst, und es gab Pläne zur Zerstörung von Aufzeichnungen zu biologischen Ressourcen und Meeresschutz, was die Transparenz und Verfügbarkeit wissenschaftlicher Daten weiter einschränkte.

Einschränkung der internationalen Zusammenarbeit

Die Überprüfung internationaler Zusammenarbeitsabkommen, insbesondere mit China, könnte die Forschung in Schlüsselbereichen wie KI, Biotechnologie und Halbleitern behindern. Die USA spielten traditionell eine führende Rolle in der globalen Forschung, aber solche Einschränkungen könnten diese Position schwächen. Der Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen und die Reduzierung der Unterstützung für internationale Klimaforschung könnten die globale wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Klimawissenschaft beeinträchtigen (President Trump reshapes US research landscape | Science in the net).

Auswirkungen auf das öffentliche Vertrauen und die Moral der Forscher

Die Politik des Trump-Kabinetts schuf eine Atmosphäre der Angst unter Forschern. Eine Umfrage ergab, dass das Vertrauen der EPA-Wissenschaftler in ihre Arbeit von 72 % im Jahr 2016 auf 57 % im Jahr 2018 sank. Das öffentliche Vertrauen in Wissenschaftler nahm ebenfalls ab, mit nur 39 % der Befragten im Jahr 2020, die großes Vertrauen in Wissenschaftler hatten, mit erheblichen Unterschieden zwischen politischen Lagern (27 % Republikaner vs. 52 % Demokraten) (Politics v. science: How President Trump’s war on science impacted public health and environmental regulation – PMC).

Bewertung der Folgen

Kurzfristige Folgen

  • Finanzielle Belastungen: Direkte Kürzungen bei Forschungszuschüssen und indirekten Kosten könnten zu Projektverzögerungen oder -abbruch führen. Universitäten und Forschungsinstitutionen könnten gezwungen sein, Forschung aus eigenen Mitteln zu finanzieren, was ihre Budgets belastet.
  • Veränderte Forschungsprioritäten: Die Verschiebung hin zu fossilen Brennstoffen und weg von erneuerbaren Energien könnte die Forschung in Schlüsselbereichen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit behindern.
  • Verlust von internationaler Zusammenarbeit: Einschränkungen bei der Zusammenarbeit mit Ländern wie China könnten die Fortschritte in technologiegetriebenen Forschungsbereichen verzögern.
  • Gesundheitsforschung beeinträchtigt: Die Ernennung von Skeptikern wie David Weldon an die Spitze der CDC könnte die Impfstoff- und Pandemieforschung beeinflussen, insbesondere angesichts der COVID-19-Pandemie.

Langfristige Folgen

  • Abfluss von Talenten: Der Verlust von Finanzierung und eine feindliche Forschungsumgebung könnten dazu führen, dass talentierte Forscher die USA verlassen, um in anderen Ländern zu arbeiten, die ihre Forschung unterstützen.
  • Verlust der globalen Führungsposition: Die USA könnten ihre führende Rolle in der globalen Wissenschaft, insbesondere in der Klima- und Umweltforschung, verlieren, da andere Länder weiterhin in diese Bereiche investieren.
  • Umwelt- und Gesundheitsrisiken: Die Reduzierung der Unterstützung für Klimaforschung und die Unterdrückung von Umweltdaten könnten langfristige Umweltprobleme verschärfen und die öffentliche Gesundheit gefährden.
  • Wirtschaftliche Auswirkungen: Weniger Forschung in innovativen Bereichen könnte die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der USA beeinträchtigen, insbesondere in Sektoren wie Biotechnologie, Energie und Technologie.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Die Analyse zeigt, dass Donald Trump einen klaren disruptiven Effekt auf die US-Forschungslandschaft hatte. Seine Politik führte zu erheblichen Kürzungen bei der Forschungsfinanzierung, einer Verschiebung der Forschungsprioritäten hin zu fossilen Brennstoffen und weg von erneuerbaren Energien, einem Verlust wissenschaftlicher Kapazitäten durch Personalabbau, der Unterdrückung wissenschaftlicher Informationen und der Einschränkung internationaler Zusammenarbeit. Diese Maßnahmen haben nicht nur die kurzfristige Forschung beeinträchtigt, sondern auch langfristige Risiken für die wissenschaftliche Innovation, die globale Führungsposition der USA und die öffentliche Gesundheit geschaffen.

Die detaillierten Daten und Beispiele, wie die Kürzungen bei der NIH-Finanzierung und die personellen Verluste bei der EPA, unterstreichen die Tiefe dieser Disruption. Die langfristigen Folgen, einschließlich des möglichen Abflusses von Talenten und des Verlusts der globalen Führungsposition, könnten die wissenschaftliche Landschaft der USA nachhaltig verändern.

Tabelle: Zusammenfassung der Schlüsselmaßnahmen und Auswirkungen

BereichMaßnahmenAuswirkungen
FinanzierungObergrenze für indirekte Kosten bei NIH auf 15 %, Einstellung spezifischer ProgrammeProjektverzögerungen, Belastung institutioneller Budgets, reduzierte Forschung
ForschungsprioritätenFokus auf fossile Brennstoffe, Kürzungen bei KlimaforschungVerschiebung von Ressourcen, Beeinträchtigung der Umwelt- und Klimaforschung
Personelle VerlusteVerlust von 672 EPA-Wissenschaftlern, 150 USGS-WissenschaftlernReduzierte Kapazität der Behörden, geringere Forschungsausgabe
InformationenEntfernung von Klimadaten von 12 Websites, Auflösung von BeratungskomiteesEingeschränkter Zugang zu Daten, geringere Transparenz
Internationale ZusammenarbeitÜberprüfung von Abkommen mit China, Rückzug aus Pariser AbkommenVerlangsamung der Forschung in KI, Biotechnologie, Schwächung globaler Führung
Vertrauen und MoralAtmosphäre der Angst, Vertrauen sank von 72 % auf 57 % bei EPA-WissenschaftlernGeringere Forschungsmoral, reduzierte öffentliche Unterstützung

Diese Tabelle fasst die wesentlichen Maßnahmen und ihre Auswirkungen zusammen und verdeutlicht die Breite der Disruption.

Schlüsselfazit

Die disruptiven Effekte von Trumps Politik auf die US-Forschungslandschaft sind umfassend und haben sowohl kurzfristige als auch langfristige Konsequenzen. Die Forschung legt nahe, dass diese Maßnahmen die wissenschaftliche Innovation und die globale Wettbewerbsfähigkeit der USA gefährden könnten, mit potenziellen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Umwelt.


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