Knife Hunter, ein neues, von der Universität Surrey entwickeltes KI-System, bietet „einen Ausblick auf eine nicht allzu ferne Zukunft“, in der die britischen Polizeikräfte und lokalen Behörden KI einsetzen, um gegen Messerkriminalität in London und im ganzen Land vorzugehen.
Knife Hunter wurde in Zusammenarbeit mit der Metropolitan Police entwickelt und gilt als das weltweit erste KI-basierte Messeranalysesystem, mit dem Polizeibeamte Waffen identifizieren können, die bei Kontrollen gefunden, an Tatorten sichergestellt oder beschlagnahmt wurden. Da im Vereinigten Königreich jährlich Zehntausende solcher Messer sichergestellt werden, ermöglicht das System der Polizei, diese Waffen zu protokollieren, ihre Herkunft über den Einzelhandel oder illegale Einfuhrkanäle zurückzuverfolgen und geografische Trends zu überwachen.
Darüber hinaus speichert Knife Hunter Daten, analysiert Trends und erstellt Berichte zu Messerkriminalitätsmustern, die sowohl die lokale Polizeiarbeit als auch die nationale Politikgestaltung unterstützen. Bisher war die Erhebung solcher Daten teuer und daher nicht allgemein zugänglich.

Professor Miroslaw Bober, Projektleiter des Institute for People-Centred AI der Universität Surrey, sagte:
„In den letzten drei Jahren haben wir gemeinsam mit der Metropolitan Police ein System entwickelt, von dem wir glauben, dass es die Art und Weise, wie die Polizei im ganzen Land gegen Messerkriminalität vorgeht, in nicht allzu ferner Zukunft revolutionieren könnte.
„Knife Hunter verändert die Art und Weise, wie die Polizei Bilder und Videos verarbeitet und analysiert, indem es dies schneller und effizienter macht. Und was noch wichtiger ist: Es ist ein großer Schritt nach vorn bei der Aufdeckung der Herkunft von Waffen in unseren Gemeinden. Mit Blick auf die Zukunft freuen wir uns über das Potenzial von Knife Hunter und ähnlichen Tools, Hand in Hand mit der Polizei und den lokalen Gemeinschaften zu arbeiten, um sicherere Straßen für alle zu schaffen.“
Im Jahr bis Juni 2024 wurden landesweit mehr als 50.000 Straftaten mit Messern registriert – ein Anstieg um 4 % gegenüber dem Jahr bis Juni 2023.
Das Herzstück von Knife Hunter ist ACTNET, ein hochmodernes Erkennungsnetzwerk, das vom Team von Professor Bober entwickelt wurde. Dieses fortschrittliche System wurde mit einem umfassenden Datensatz von über 25 000 Bildern von 550 verschiedenen Messertypen trainiert und zeichnet sich dadurch aus, dass es selbst die subtilsten Unterscheidungsmerkmale verschiedener Waffen unabhängig von Blickwinkel, Lichtverhältnissen oder Teilverdeckungen erkennt. Die hohe Präzision und Zuverlässigkeit des Systems wurde in britischen Versuchen im Rahmen der Polizeiaktion Spectre unter Beweis gestellt, die die Wirksamkeit des Systems in der Praxis bestätigten.
Professor Bober und sein Team arbeiten weiterhin mit der Metropolitan Police zusammen, um ein neues Produkt zu entwickeln, das von jeder Polizeibehörde eingesetzt werden kann. Sie geben einen Überblick über die Funktionsweise des Knife-Hunter-Systems, die Hinweise, die es liefern kann, und die Erkennung von Kriminalitätstrends.
Professor Adrian Hilton, Direktor des Instituts für menschenzentrierte KI an der Universität von Surrey, sagte:
„Diese Forschungsinnovation kommt zur rechten Zeit. Zu einer Zeit, in der die britische Regierung versucht, ihre Herangehensweise an KI neu auszurichten, indem sie sich nicht mehr auf das Risikomanagement und die Sicherheit konzentriert, sondern die Möglichkeiten der KI nutzt, um das Leben der Menschen zu verbessern, zeigen wir, wie eine auf den Menschen ausgerichtete KI das Leben und die Gemeinschaften zum Besseren verändern kann. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern aus dem öffentlichen Sektor und der Wirtschaft bei einer Reihe großer Herausforderungen – in diesem Fall mit der Polizei, um die Straßen sicherer zu machen – machen wir uns die Macht der KI für das Gute zunutze.“
