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Nano-Pflaster wirkt gegen Melanom

Das Melanom ist ein schnell fortschreitender Hautkrebs, der durch eine hohe Sterblichkeitsrate nach Metastasierung gekennzeichnet ist. Eine lokale Chemotherapie kann nur im Stadium 0 der Progression (in situ Melanom) und in der postoperativen Phase nach chirurgischer Entfernung verdächtiger Hautläsionen als therapeutischer Ansatz in Betracht gezogen werden. Zu diesem Zweck wurden Medikamente wie Imiquimod, 5-Fluorouracil, Dacarbazin und Doxorubicin getestet und zeigten positive Wirkungen. In jüngster Zeit sind auch Metallnanopartikel als separate therapeutische Einheiten oder Arzneimittelträger in den Forschungsfokus geraten.

Insbesondere Silbernanopartikel (AgNPs) werden allgemein als multifunktionale Werkzeuge in der Nanomedizin, der Arzneimittelverabreichung und der Theranostik anerkannt. Sie verfügen über breitbandige antimikrobielle und antitumorale Eigenschaften, ihre pharmakologischen Wirkungen stehen jedoch in enger Verbindung mit der sogenannten „Oberflächenfunktionalität“. Beispielsweise erweisen sich negativ geladene und kugelförmige Partikel als weniger toxisch als positiv geladene Partikel, insbesondere unregelmäßig geformte (z. B. Stäbe, Drähte usw.). Aus diesem Grund sind erstere jedoch weniger wirksame Mittel gegen Krebs.

Die moderne Arzneimittelentwicklung verlässt sich stark auf umweltfreundliche Technologien (oft als „grüne“ Technologien bezeichnet), bei denen auf die Verwendung giftiger Lösungsmittel und Reagenzien verzichtet wird. Diese Forschung hat eine solche Methode auf Basis von Camellia sinensis (grüne Teeblätter) als natürliches Reduktionsmittel für Silberionen implementiert. Um eine verstärkte antimikrobielle und Antitumoraktivität zu erreichen, wurden die auf diese Weise erhaltenen AgNPs zusätzlich mit Chlorhexidin (Cx+) konjugiert – einem Breitband-Antibiotikum und kationischen Tensid. Tatsächlich zeigten die AgNP-Cx+-Komplexe im Vergleich zu den nicht-funktionalisierten AgNPs stark verbesserte antimikrobielle Eigenschaften, eine etwa 18-mal stärkere Antimelanomaktivität und eine dreimal bessere Tumorselektivität.

Das Ergebnis dieser neuen , in der Fachzeitschrift Pharmacia veröffentlichten Studie war die Entwicklung eines Pflaster-Prototyps als topische Darreichungsform für den AgNP-Cx+-Komplex. Die verwendeten Polymere Hydroxypropylmethylcellulose und Eudragit®RS zeigte keine negativen Interferenzen mit der antiproliferativen Wirkung des Wirkstoffs, sondern sorgte auch für eine doppelt so hohe Aktivität und eine noch bessere Selektivität gegenüber den Tumorzellen.