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Mpox-Ausbruch in NRW: Aktuelle Informationen und Entwicklungen

Die aktuelle Schulschließung wegen Mpox in NRW sorgt für Panik – doch die ist unangebracht. LabNews bringt nachfolgend den Hintergrund zum aktuellen Affenpocken-Ausbruch in Deutschland.


In Nordrhein-Westfalen (NRW) wurden kürzlich mehrere Fälle einer neuen Variante des Mpox-Virus, früher als Affenpocken bekannt, nachgewiesen. Der erste Fall in Deutschland wurde im Oktober 2024 bei einem 33-jährigen Mann aus Köln bestätigt, der sich vermutlich bei einer Reise nach Ostafrika infiziert hatte[9]. Seitdem wurden weitere Fälle in einer Familie mit Schulkindern im Rheinisch-Bergischen Kreis gemeldet[9].

Die neue Variante, als Klade Ib bezeichnet, gilt als ansteckender und potenziell gefährlicher als frühere Varianten[4]. Sie hat in Afrika zu einem verstärkten Ausbruch geführt, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im August 2024 dazu veranlasste, eine „Gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite“ auszurufen[9].

Trotz dieser Entwicklung betonen Experten, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in Deutschland derzeit als gering einzustufen ist. Dr. Sartori, ein führender Virologe, erklärt: „Es ist nicht davon auszugehen, dass wir in Deutschland die nächste Pandemie auf uns zukommen sehen“[4]. Dennoch mahnt er zur Wachsamkeit und betont die Wichtigkeit, den Ausbruch in Afrika einzudämmen.

Die Übertragung des Mpox-Virus erfolgt hauptsächlich durch engen Körperkontakt, insbesondere bei sexuellen Aktivitäten[5]. Die Risikogruppe umfasst laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) vor allem „Männer, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln“[7]. Allerdings kann das Virus grundsätzlich jeden treffen, der engen Kontakt zu Infizierten hat.

In Deutschland wurden im Jahr 2024 bislang 17 Fälle der weniger gefährlichen Mpox-Variante Klade II registriert[4]. Diese Zahlen sind deutlich niedriger als während des Ausbruchs im Jahr 2022, als über 3000 Fälle gemeldet wurden[5]. Todesfälle durch Mpox sind in Deutschland bisher nicht bekannt[4].

Eine kürzlich veröffentlichte Studie in der Fachzeitschrift „Nature Microbiology“ liefert neue Erkenntnisse zur Entstehung des Mpox-Ausbruchs von 2022. Die Forscher um Richard Neher von der Universität Basel fanden heraus, dass die damalige Virusvariante sich bereits seit 2016 im Menschen befunden haben muss, bevor sie sich 2022 plötzlich ausbreitete[2]. Diese Erkenntnis unterstreicht die Komplexität der Virusevolution und die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung.

Präventionsmaßnahmen und Impfungen spielen eine wichtige Rolle bei der Eindämmung von Mpox. In Deutschland ist ein Impfstoff verfügbar, der ursprünglich gegen Pocken entwickelt wurde[5]. Die Deutsche Aidshilfe forderte bereits 2022 eine Million Impfdosen, um möglichst viele Menschen mit Infektionsrisiko zu schützen[3].

Gesundheitsbehörden in NRW und bundesweit beobachten die Situation genau. Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) steht in engem Austausch mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB)[1].

Experten betonen die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Mpox. Dr. Sartori erklärt: „Es liegt im Interesse Europas oder anderer Kontinente, Afrika darin zu unterstützen, den Ausbruch einzudämmen“[7]. Diese globale Perspektive ist entscheidend, da Infektionskrankheiten in einer vernetzten Welt schnell Grenzen überschreiten können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der aktuelle Mpox-Ausbruch in NRW zwar Anlass zur Wachsamkeit gibt, aber keinen Grund zur Panik darstellt. Die Gesundheitsbehörden sind vorbereitet, und es stehen wirksame Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dennoch unterstreicht die Situation die Notwendigkeit kontinuierlicher Forschung, internationaler Zusammenarbeit und öffentlicher Aufklärung im Kampf gegen Infektionskrankheiten.

Quellen:
[1] Erste bestätigte Fälle von Affenpocken in Nordrhein-Westfalen https://www.land.nrw/pressemitteilung/erste-bestaetigte-faelle-von-affenpocken-nordrhein-westfalen
[2] Studie: Mpox-Ausbruch muss schon länger zurück liegen https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/mpox-ausbruch-theorie-affenpocken-genanalyse-100.html
[3] Affenpocken – aktuelle Nachrichten | tagesschau.de https://www.tagesschau.de/thema/affenpocken
[4] Infektion beim Sex bestätigt: Was man über neue Mpox wissen muss https://www1.wdr.de/nachrichten/deutschlandweit-erster-mpox-fall-der-neuen-variante-in-koeln-bestaetigt-100.html
[5] WHO erklärt Affenpocken-Ausbruch zur internationalen Notlage https://www.tagesschau.de/ausland/europa/who-affenpocken-109.html
[6] Affenpocken als Notlage: Was über den Ausbruch bekannt ist https://www.morgenpost.de/web-wissen/article235976501/Affenpocken-als-Notlage-Was-ueber-den-Ausbruch-bekannt-ist.html
[7] Mpox-Virus: Wie gefährlich ist es und wer sollte sich impfen lassen? https://www1.wdr.de/nachrichten/mpox-virus-who-affenpocken-faq-100.html
[8] Was über den Ausbruch der Affenpocken bekannt ist | ZEIT ONLINE https://www.zeit.de/gesundheit/2022-05/affenpocken-virusinfektion-ausbruch-uebertragung-schutz
[9] Weitere Nachweise neuer Mpox-Variante in Deutschland https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/mpox-faelle-100.html
[10] Affenpocken: Neue Mpox-Variante ist in Deutschland – FOCUS online https://www.focus.de/gesundheit/news/affenpocken-verbreiten-sich-weiter-neue-mpox-variante-ist-in-deutschland-was-sie-wissen-muessen_id_260414657.html

NRW: Schulschließung wegen Mpox. Credits: LabNews Media LLC