Eine neue Studie, in der die Unterschiede zwischen den Provinzen und Territorien bei den Erstattungskriterien für die Kostenübernahme von Arzneimitteln für Patienten, die von Kanadas öffentlichen Pharmacare-Programmen für zwei häufige Herz-Kreislauf-Erkrankungen abgedeckt werden, untersucht wurden, ergab erhebliche Ungleichheiten und Mängel beim Zugang zu Medikamenten und Behandlungen. Der Artikel, der in dem von Elsevier herausgegebenen Canadian Journal of Cardiology erschienen ist, legt die Komplexität des kanadischen Arzneimittelprüfverfahrens offen und plädiert für einen einheitlichen Rahmen zur Verbesserung der derzeitigen Infrastruktur, um die beste Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu gewährleisten.
In der Studie „Can the Present Canadian Health Care System Provide Evidence-Based Pharmacare? Consideration of Two Important Cardiovascular Clinical Contexts“ verglich alle provinziellen Erstattungskriterien für Medikamente, die zur Behandlung von Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion und Thrombozytenaggregationshemmern bei akuten Koronarsyndromen, zwei häufigen kardiovaskulären Erkrankungen, empfohlen werden, auf der Grundlage der zuletzt aktualisierten Richtlinien der Canadian Cardiovascular Society (CCS). In der Studie wurde untersucht, ob die Erstattungskriterien mit den Listenempfehlungen der Canadian Agency for Drugs and Technology in Health (CADTH) und den CCS-Leitlinien zur kardiovaskulären Therapie übereinstimmen.

Morgane Laverdure, MD, Division of Cardiology, University of Ottawa Heart Institute, kommentiert die Ergebnisse der Studie wie folgt: „Unsere Studie hat gezeigt, dass die Empfehlungen der CADTH bei den 24 untersuchten Medikamenten nur in 33 % der Fälle befolgt wurden und dass fast ein Viertel der Erstattungsgenehmigungen (23 %) nicht mit den kanadischen Leitlinien übereinstimmten. Darüber hinaus wiesen neuartige Medikamente unverhältnismäßig häufig eine Diskordanz mit den Evidenzdaten auf. Es gibt kein systematisches Verfahren für die Aktualisierung der Arzneimittelliste auf der Grundlage neuer Erkenntnisse, geänderter Leitlinien oder der Preisgestaltung von Arzneimitteln.“
Kanada wird für sein universelles Gesundheitssystem und seine niedrigen Arzneimittelpreise gelobt, ist jedoch das einzige Land mit einer universellen Gesundheitsversorgung, das keine globale Abdeckung für verschreibungspflichtige Medikamente bietet. Nur ein Drittel der Kanadier hat Anspruch auf öffentlich finanzierte Arzneimittelpläne. Die derzeitigen kanadischen Entscheidungen über die Überprüfung von Arzneimitteln sind komplex, und die Entscheidungen über die Kostenübernahme sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Die Entscheidungen über die Kostenerstattung stimmen oft nicht mit den kanadischen Leitlinien überein, was dazu führt, dass die von den Leitlinien empfohlene evidenzbasierte kardiovaskuläre Versorgung nicht gewährleistet werden kann.

