Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat in seinem Pflege-Report 2024 deutliche regionale Unterschiede bei der Entwicklung der Pflegebedürftigkeit zwischen 2017 und 2023 festgestellt[1]. Während der bundesweite Durchschnitt einen Anstieg von 57 Prozent verzeichnete, schwankte die Zunahme regional zwischen 37,1 und 143,8 Prozent.
Regionale Verteilung
Die höchsten Anteile an Pflegebedürftigen wurden 2023 in Ostdeutschland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und im Saarland mit 9,1 bis 17,1 Prozent registriert[1]. Bayern und Baden-Württemberg wiesen dagegen mit unter 5,7 Prozent die niedrigsten Raten auf.
Bemerkenswert ist, dass die Entwicklung nicht allein durch die Alterung der Gesellschaft erklärt werden kann. In 396 von 400 Landkreisen lag die tatsächliche Anzahl der Pflegebedürftigen über den demographischen Erwartungen. Der demographische Wandel allein hätte nur einen Anstieg von 21 Prozent erwarten lassen.
Unterschiedliche Inanspruchnahme von Leistungen
Auch bei der Art der genutzten Pflegeleistungen zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Im Westen Deutschlands dominieren Geldleistungen mit über 65,6 Prozent, während in Ostdeutschland Sach- und Kombinationsleistungen häufiger in Anspruch genommen werden (24,3 bis 40,9 Prozent.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer regional angepassten Pflegestrukturplanung, die über rein demographische Faktoren hinausgeht.

