„Ziel dieser Studie war es, die diagnostische Genauigkeit des mittleren Thrombozytenvolumens (MPV) bei der Vorhersage des Bluthochdrucks bei Patienten mit Leberzirrhose zu untersuchen. Methoden: Es handelte sich um eine retrospektive Beobachtungs- und Analysestudie, die über einen Zeitraum von einem Jahr an zirrhotischen Patienten mit Bauchwassersucht durchgeführt wurde, die in die Notaufnahme eingeliefert wurden. Die zirrhotischen Patienten mit Aszites wurden in zwei Gruppen mit oder ohne SBP eingeteilt. Die diagnostische Genauigkeit der MPV zum Nachweis von SBP wurde gemessen und mit der Analyse der durch Parazentese gewonnenen Aszitesflüssigkeit als Goldstandardverfahren verglichen, wenn keine sekundären Ursachen für eine Peritonitis vorlagen. Die erforderlichen Daten wurden in einer Checkliste dokumentiert. Ergebnisse: Insgesamt wurden 252 Patienten, 126 mit SBP und 126 ohne SBP, in die Studie aufgenommen. Der mittlere MPV bei diesen Patienten betrug 8,36 ± 0,92 fL. Patienten mit SBP hatten eine signifikant längere Dauer der Zirrhose, stärkeres Fieber und Bauchschmerzen, höhere Aszites-WBC- und PMN-Zahlen und einen höheren mittleren MPV (p<001). Bei dem am besten geeigneten Cut-off-Punkt (d. h. 8,3 fL) lieferte der MPV eine Sensitivität, Spezifität, einen positiven prädiktiven Wert, einen negativen prädiktiven Wert und eine diagnostische Genauigkeit von 69,84 %, 53,97 %, 60,27 %, 64,15 % bzw. 61,90 % für die Diagnose von SBP. Die Receiver-Operating-Characteristic (ROC)-Kurve zeigte, dass die MPV eine akzeptable diagnostische Genauigkeit (AUC = 0,677) aufwies. Schlussfolgerung: Das mittlere Thrombozytenvolumen als nicht-invasiver, einfacher und zugänglicher Laborparameter mit akzeptabler diagnostischer Genauigkeit bei zirrhotischen Patienten mit Aszites könnte eine prädiktive Rolle bei der Diagnose von SBP haben.“
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