Die Diagnose von Colitis ulcerosa (UC) ist heute auf eine kleine Anzahl von Biomarkern beschränkt. Trimethylamin-N-oxid (TMAO) ist das Produkt von Reaktionen, die aus dem Abbau von nahrungsmittelfreiem Cholin, Phosphatidylcholin und dem Carnitin-Stoffwechsel durch die Darmmikrobiota resultieren. Frühere Studien zeigten seine Beteiligung an der Pathogenese von UC. Es sollte der Zusammenhang zwischen TMAO und klinischen, labortechnischen und endoskopischen Indikatoren der UC-Aktivität untersucht werden. Methoden: Es wurde eine vergleichende Beobachtungs- und Querschnittsstudie in der NCJSC „KMU“-Klinik in Karaganda, Kasachstan, durchgeführt. Mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie wurde die TMAO-Konzentration bei 63 Patienten mit UC (Alter Me 37 (30-52)) und 38 gesunden Personen (Alter Me 38 (28,5-49,5)) gemessen. Ergebnisse: Der mediane TMAO-Spiegel bei Patienten mit UC – 0,286 ?mol/l – war deutlich niedriger als in der Kontrollgruppe – 0,646 ?mol/l (p<0,0001). TMAO wies signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen mit klinisch aktiver und inaktiver Kolitis auf (P=0,003). TMAO korrelierte mit der Krankheitsaktivität nach der Montreal-Skala (r=-0,389, P=0,002) und dem Schweregrad der Attacke nach Truelove-Witts (r=-0,301, P=0,027), dem Alter des Patienten (r=0,377, P=0,003), der Stuhlfrequenz (r=-0,427, P=0,001); Laborparameter: WBC (r=-0,31, P=0,042), Blutalbumin (r=0,379, P=0,002) und fäkales Calprotectin (r=-0,314, P=0,022). TMAO unterschied sich nicht zwischen den Gruppen, die nach dem Ausmaß des pathologischen Prozesses und der endoskopischen Aktivität unterteilt wurden. Schlussfolgerung: Bei Patienten mit UC sinkt der TMAO-Spiegel im Vergleich zu gesunden Personen, und die Unterschiede zwischen den Gruppen hängen von der Krankheitsaktivität ab. Diese Ergebnisse geben Anlass, Veränderungen des TMAO-Spiegels als potenziellen Marker für UC und den Schweregrad ihres Verlaufs zu betrachten.
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