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80 Milliarden: Kumulierte Belastung der GKV durch Flüchtlinge und Ukrainer seit 2015 – Schätzungen und Strukturen

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland trägt seit 2015 eine erhebliche finanzielle und administrative Last durch die medizinische Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, einschließlich der ukrainischen Kriegsflüchtlinge seit 2022. Basierend auf offiziellen Berichten und Studien belaufen sich die kumulierten Ausgaben für Gesundheitsleistungen in diesem Zeitraum auf mehrere Milliarden Euro, wobei die Kosten durch den Bund, die Länder und Kommunen erstattet werden. Diese Belastung resultiert aus dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG), das den Leistungsanspruch einschränkt, sowie aus dem vollen GKV-Zugang für anerkannte Flüchtlinge und Bürgergeldempfänger. Der GKV-Spitzenverband betont, dass keine direkte finanzielle Entlastung der Kassen entsteht, da Ausgaben gesondert erstattet werden, doch administrative Aufwände und indirekte Effekte auf den Gesundheitsfonds sind spürbar.

Die Gesamtmigration seit 2015 umfasst rund 2,5 Millionen Erstgesuche beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), mit einem Höchststand von 975.000 Personen im Jahr 2015. Die medizinischen Kosten machen etwa 10 bis 20 Prozent der gesamten flüchtlingsbezogenen Ausgaben aus, die kumuliert von 2015 bis 2025 auf 370 bis 420 Milliarden Euro geschätzt werden. Der Anteil für Gesundheitsversorgung liegt damit bei etwa 37 bis 84 Milliarden Euro, wobei präzise GKV-spezifische Daten fragmentiert vorliegen und oft mit Sozialausgaben verknüpft sind.

Jährliche Ausgabenstruktur und kumulierte Schätzung für allgemeine Flüchtlinge

Seit 2015 regelt das AsylbLG den medizinischen Anspruch: In den ersten 36 Monaten (Wartezeit) beschränken sich Leistungen auf akute Erkrankungen, Schwangerschaft und Nachsorge, ab dem 37. Monat erfolgt der volle GKV-Zugang. Krankenkassen verwalten dies auftragsweise, buchen Ausgaben gesondert und erhalten Erstattung von Ländern und Kommunen. Pro-Kopf-Ausgaben für Flüchtlinge liegen bei 180 bis 200 Euro jährlich, unter dem GKV-Durchschnitt von rund 3.000 Euro, da viele Leistungen ambulant und präventiv ausfallen.

  • 2015: Bei 975.000 Flüchtlingen und Gesamtkosten von 21,1 Milliarden Euro (ifo Institut) entfielen etwa 2 bis 3 Milliarden Euro auf Gesundheit, basierend auf einem 10-prozentigen Anteil.
  • 2016–2019: Die Ausgaben stiegen mit sinkenden Zahlen (ca. 400.000 pro Jahr), kumuliert auf 10–15 Milliarden Euro für medizinische Versorgung. Eine Studie des Deutschen Ärzteblatts schätzt jährliche Mehrausgaben für ALG-II-Bezieher (einschließlich Flüchtlinge) bei 2–3 Milliarden Euro.
  • 2020–2021: Pandemiebedingt höhere Kosten durch Tests und Impfungen; kumuliert ca. 5 Milliarden Euro.
  • 2022–2023: Bei 486.000 (2022) und 399.000 (2021) Personen stiegen die Ausgaben auf 6–8 Milliarden Euro jährlich, getrieben von Integration und chronischer Versorgung.
  • 2024–2025: Prognostiziert 5–7 Milliarden Euro pro Jahr, mit Defiziten durch Unterdeckungen bei Bürgergeldempfängern.

Kumulativ seit 2015 ergeben sich für die GKV etwa 40–60 Milliarden Euro, wobei 1,2 Milliarden Euro allein 2024 auf asylbedingte medizinische Leistungen entfielen (Länderhaushalte). Eine Analyse von LabNews-Investigativ quantifiziert den Gesundheitsanteil der Migrationskosten auf 15–20 Prozent der Gesamtsumme von 370–420 Milliarden Euro bis 2025.

Spezifische Belastung durch ukrainische Flüchtlinge seit 2022

Seit Februar 2022 sind über 1,1 Millionen Ukrainer nach Deutschland gekommen, von denen rund 730.000 erwerbsfähig sind. Bis Mai 2022 galt das AsylbLG mit eingeschränkten Leistungen; ab Juni 2022 erhalten Hilfebedürftige vollen GKV-Zugang über Bürgergeld oder Sozialhilfe, inklusive eGK und Pflegeversicherung. Nicht-Hilfebedürftige können freiwillig versichern. Dies führte zu einer raschen Inanspruchnahme, mit Fokus auf psychische Belastungen, Impfungen und chronische Erkrankungen.

  • 2022: Zwischen Juni und August gab die GKV 29,3 Millionen Euro aus (Bundesamt für Soziale Sicherung). Für das gesamte Jahr schätzt das BMG ca. 500 Millionen Euro, inklusive Erstattungen für kriegsverletzte.
  • 2023: Jährliche Ausgaben stiegen auf 1–1,5 Milliarden Euro, da 50 Prozent der Geflüchteten Bürgergeld beziehen und Unterdeckungen verursachen (keine Beiträge decken volle Kosten).
  • 2024–2025 (bis September): Prognose von 1,2–1,5 Milliarden Euro pro Jahr, mit zusätzlich 50 Millionen Euro Bundeszuschuss für Soldatenversorgung bis Ende 2025.

Kumulativ seit 2022 belaufen sich die GKV-Ausgaben auf etwa 3–4 Milliarden Euro, wobei administrative Herausforderungen durch divergierende Landesregelungen hinzukommen. Der GKV-Spitzenverband meldet keine systemische finanzielle Belastung, da Erstattungen greifen, doch der Gesundheitsfonds spürt den Druck durch steigende Mitgliederzahlen auf über 75 Millionen.

Auswirkungen und Reformbedarf

Die kumulierte Belastung unterstreicht systemische Schwächen: Während Zuwanderer netto entlasten können – von 2013 bis 2019 zahlten sie 7,9 Prozent der Beiträge bei nur 3,5 Prozent Ausgabenanteil –, überwiegen kurzfristig Kosten durch Nicht-Erwerbstätige. Bis 2040 könnte der Mangel an Beitragszahlern die GKV um 2–3 Milliarden Euro jährlich belasten. Experten fordern strengere Integrationspflichten und Beitragsanpassungen, um Stabilität zu sichern. Ohne Anpassungen eskaliert der Druck auf Beitragszahler, insbesondere in Zeiten demografischen Wandels.