Anlässlich der Internationalen Plasma-Awareness-Woche (IPAW), die vom 6. bis 10. Oktober weltweit stattfindet, hat eine neue Umfrage der Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA) ergeben, dass 72 Prozent der Amerikaner glauben, dass aus Plasma gewonnene Medikamente Leben retten können. Dennoch haben acht von zehn Befragten noch nie Plasma gespendet. Die Ergebnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung von Plasmaspenden für die Behandlung schwerer Erkrankungen und fordern zu mehr Aufklärung und Engagement auf.
Die IPAW, eine jährliche Initiative der PPTA und ihrer Mitgliedsunternehmen, soll das Bewusstsein für die Sammlung von Quellplasma schärfen, Spender ehren und das Verständnis für plasma-basierte Therapien sowie seltene Erkrankungen fördern. Seit ihrer Einführung 2013 hat die Woche zu einem gesteigerten globalen Engagement geführt, doch der Bedarf an Plasma steigt weiter an – vor allem durch neue medizinische Anwendungen und Fortschritte in der Therapieentwicklung. Hunderttausende Patienten weltweit, darunter solche mit Immunschwächen, Blutgerinnungsstörungen, schweren Verbrennungen oder Hämophilie, sind auf diese einzigartigen Medikamente angewiesen. Plasma kann im Labor nicht synthetisch hergestellt werden, weshalb Spenden essenziell sind.
Umfrageergebnisse: Hohes Bewusstsein, aber Handlungsdefizit
Die Umfrage befragte über 1.000 erwachsene Amerikaner zu ihrem Wissen über Plasmaspenden und deren therapeutische Anwendungen. Plasma, der flüssige Bestandteil des Blutes, wird täglich im Gesundheitswesen eingesetzt – etwa bei Operationen, Geburten und Organtransplantationen. Die PPTA beauftragte die Studie, um die öffentliche Wahrnehmung des steigenden Bedarfs besser zu verstehen.
Zu den zentralen Erkenntnissen gehören:
- 72 Prozent erkennen die lebensrettende Wirkung plasma-basierter Medikamente an, doch nur ein Fünftel hat je gespendet.
- 80 Prozent der Befragten haben noch nie Plasma gespendet.
- 49 Prozent der Nicht-Spender fühlen sich unzureichend informiert über den Spendevorgang.
- Viele sehen einen Unterschied zu Blutspenden: 65 Prozent glauben, dass der Bedarf an Blut größer sei, und 60 Prozent halten Blutspenden für nützlicher für die Gesellschaft.
„Die Umfrage zeigt, dass das Bewusstsein für die lebensrettende Rolle von Plasmaspenden zunimmt“, betont Anita Brikman, Präsidentin und CEO der PPTA. „Dennoch muss das Verständnis weiter wachsen, um den Bedarf der Patienten zu decken. Während der IPAW ehren wir Plasmaspender als Alltagshelden.“
Patientenstimmen unterstreichen die Dringlichkeit: Lillie Hunnicut, eine Patientin mit variabler Immunschwäche aus Seattle, berichtet: „Durch plasma-basierte Therapien kann ich nun laufen, wandern und ein aktives Leben führen – etwas, das ich vor meiner Diagnose jahrelang vermisst habe. Ich bin den Spendern unendlich dankbar.“ Jorey Berry, Präsident der Immune Deficiency Foundation, fügt hinzu: „Schätzungsweise 500.000 Amerikaner leiden an primären Immundefekten, viele davon unerkannt. Plasmaspenden sind lebensrettend und können nicht synthetisch produziert werden.“
Plasmaspenden: Wer, wie und warum?
Plasma-Spenden sind sicher und einfach, dauern etwa 45 bis 90 Minuten und können bis zu zweimal pro Woche erfolgen. Geeignet sind gesunde Erwachsene ab 18 Jahren, die mindestens 50 Kilogramm wiegen, eine medizinische Untersuchung bestehen und keine übertragbaren Viren wie Hepatitis oder HIV aufweisen. Eine proteinreiche Ernährung (50–80 Gramm täglich) wird empfohlen.
Der Prozess umfasst eine gründliche Gesundheitsprüfung, die Spende selbst und eine Erholungsphase. Jede Spende kann Tausenden Patienten helfen, da Plasma zu Medikamenten verarbeitet wird, die chronische und lebensbedrohliche Erkrankungen behandeln. In den USA und Europa produzieren PPTA-Mitglieder rund 80 bzw. 60 Prozent der plasma-basierten Therapien.
Um einen Spendezentrum in der Nähe zu finden, kann man www.pptaglobal.org/donate nutzen – mit einer interaktiven Karte nach Stadt oder PLZ suchen. 18 Die PPTA fordert: „Jeder gesunde Erwachsene über 18 sollte über die Möglichkeit nachdenken, das Geschenk des Lebens zu geben.“
Globale Initiative und Aufruf zum Handeln
Die IPAW 2025 umfasst Events in Nordamerika und Europa, darunter Social-Media-Kampagnen, Proklamationen lokaler Behörden und Patientenveranstaltungen. Ressourcen wie Poster und Videos sind auf www.plasmaweek.org verfügbar, um das Bewusstsein zu schärfen. 1 In Europa wächst der Bedarf durch bessere Diagnosen und neue Indikationen, was die globale Abhängigkeit von Spenden unterstreicht.
Die PPTA, die über 1.000 Sammelzentren in Nordamerika und Europa vertritt, setzt sich für sichere Spendenpraktiken und regulatorische Verbesserungen ein. „Plasma stärkt Möglichkeiten“, lautet das Motto der Woche – ein Aufruf, der in Zeiten steigender medizinischer Nachfrage dringender denn je ist.
Quelle:
Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA)
Schlüsselwörter:
Plasmaspenden, IPAW, Immunschwäche, Blutplasma, Therapien
