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Deutsche Soldaten in der Ukraine: Das neue Afghanistan-Desaster

EDITORIAL. Die Diskussion um den möglichen Einsatz deutscher Truppen in der Ukraine zur Absicherung eines Waffenstillstands ist nicht nur leichtsinnig, sondern eine gefährliche Wiederholung historischer Fehltritte. Die bittere Bilanz des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr sollte als Mahnung dienen, doch die politische Führung scheint blind für die Lehren der Vergangenheit. Ein solcher Schritt würde Deutschland in ein geopolitisches Minenfeld führen, mit verheerenden Konsequenzen für Sicherheit, Ressourcen und Glaubwürdigkeit. Der Afghanistan-Einsatz (2001–2021), der teuerste und verlustreichste der Bundeswehr-Geschichte, endete in einem Fiasko. Über 93.000 deutsche Soldaten wurden eingesetzt, 59 verloren ihr Leben, zwölf Milliarden Euro wurden verbrannt – für ein Land, das nach dem chaotischen Abzug 2021 wieder unter Taliban-Herrschaft fiel. Die Enquete-Kommission des Bundestags nannte es klar: „Strategisch gescheitert.“ Warnungen wurden ignoriert, Ziele wie Demokratieaufbau waren realitätsfern, und die Ausrüstung der Bundeswehr war unzureichend. Geheimpapiere enthüllten Kompetenzgerangel und die skandalöse Verzögerung bei…