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Interferone hemmen Gewebereparatur in Bronchialepithelzellen über Hippo-Signalweg

New Haven – Eine neue Studie zeigt, dass Typ-I- und Typ-III-Interferone (IFN? sowie IFN?1 und IFN?2) die Reparaturfunktionen menschlicher Bronchialepithelzellen (HBEC) dosisabhängig unterdrücken. Der Mechanismus verläuft über die Aktivierung des Hippo-Signalwegs, insbesondere der Kinase LATS1, und erfolgt unabhängig vom klassischen MST1/2-Aktivierungspfad.

Die Forschenden um Krupakar V. Subramaniam von der Yale School of Medicine untersuchten die Effekte von Interferonen auf Migration und Proliferation von HBEC. Beide IFN-Typen reduzieren diese Reparaturprozesse über eine gemeinsame upstream-Aktivierung von LATS1 via JAK-Aktivität. LATS1 ist als Wachstumsbegrenzer im Hippo-Signalweg bekannt und wird hier durch IFN-Rezeptor-Signaling phosphoryliert – ohne Beteiligung von MST1/2.

Während STAT1 für die antivirale Schutzwirkung gegen Rhinoviren oder Influenzaviren essenziell ist, ist STAT1 für die LATS1-Aktivierung und die Hemmung der Gewebereparatur entbehrlich. Die Signalwege verzweigen sich also downstream des IFN-Rezeptors: STAT1-Phosphorylierung tritt bereits bei niedrigen IFN-Konzentrationen auf, während LATS1-Phosphorylierung höhere Dosen erfordert.

In organotypischen HBEC-Kulturen bei Rhinoviren- oder Influenzainfektion zeigten sich beide Phosphorylierungen, allerdings mit unterschiedlicher Kinetik: LATS1-Aktivierung klang früher ab als STAT1-Aktivierung. Dies erklärt, warum Interferone nach akuter Infektion die Heilung verzögern können, obwohl sie initial schützen.

Die Ergebnisse bieten ein Konzept, wie IFN-Signaling antiviralen Schutz und Reparaturhemmung unterschiedlich steuert. Sie könnten helfen, pathologische IFN-Effekte nach Virusinfektionen oder in chronisch hohen IFN-Zuständen gezielt zu modulieren, ohne die antivirale Abwehr zu schwächen. Die Studie erschien am 26. Januar 2026 in PLOS Biology.