Eine große Studie der McGill University hat ergeben, dass zwei häufig bei Typ-2-Diabetes verschriebene Medikamentenklassen, beide auf Inkretinbasis, mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sind.
Die Studie stützt sich auf klinische Daten von mehr als 450.000 Patienten und trägt zu den wachsenden Erkenntnissen bei, dass Inkretin-basierte Therapien schützende Wirkungen auf das Gehirn haben.
Die Studie untersuchte GLP-1-Rezeptoragonisten, zu denen Medikamente wie Ozempic gehören, sowie DPP-4-Hemmer.
„Das sind sehr vielversprechende Ergebnisse“, sagte Dr. Christel Renoux, außerordentliche Professorin am Institut für Neurologie und Neurochirurgie der McGill University und leitende Forscherin am Lady Davis Institute. „Indem wir Faktoren berücksichtigt haben, die in früheren Studien unberücksichtigt blieben, liefern unsere Ergebnisse zuverlässigere Belege für die potenziellen kognitiven Vorteile.“
Typ-2-Diabetes erhöht das Demenzrisiko um etwa 60 Prozent, und es gibt nur wenige bekannte Strategien zur Risikominderung, fügte sie hinzu. Die Zahl der Kanadier mit Demenz wird bis 2030 voraussichtlich eine Million erreichen.
Stärkere Assoziationen bei längerer Nutzung
Etwa drei Jahre lang beobachteten die Forscher Patienten ab 50 Jahren, die mit einer Therapie auf Inkretinbasis begannen, sowie Patienten, die ein anderes gängiges Diabetesmedikament, Sulfonylharnstoffe, einnahmen.
DPP-4-Hemmer waren im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen, die als Vergleichsgruppe dienten und keinen bekannten kognitiven Schutz bieten, mit einem um 23 Prozent geringeren Demenzrisiko assoziiert. Je länger die Patienten die DPP-4-Hemmer einnahmen und je höher die Dosis war, desto stärker war dieser Zusammenhang. GLP-1-Rezeptoragonisten zeigten ein ähnliches Muster, allerdings mit geringerer Sicherheit, da weniger Patienten diese neueren Medikamente einnahmen.
„Obwohl GLP-1-Medikamente bisher große Aufmerksamkeit erfahren haben, legen diese Ergebnisse nahe, dass auch DPP-4-Hemmer genauer betrachtet werden sollten“, sagte Renoux.
